Category: Allgemein (page 1 of 2)

Rückblick „Fans im Exil – Lebensrealitäten in der Ostukraine am Beispiel des Fußballs“

Der in den letzten Monaten zunehmend in Vergessenheit geratene Konflikt im Osten der Ukraine war Ausgangspunkt einer Podiumsdiskussion, die wir am 1.11.2017 im Rathaus Charlottenburg veranstaltet haben.

Der BVV-Saal im Rathaus Charlottenburg war gut gefüllt

Der BVV-Saal im Rathaus Charlottenburg war gut gefüllt

Übergreifendes Thema war der seit Februar 2014 unterschiedlich intensive Krieg zwischen regulären russischen Truppen und Milizen sowie der ukrainischen Armee und Freiwilligenverbänden in den beiden ostukrainischen Oblasten Donezk und Luhansk. Der spezifische Anlass war die am darauf folgenden Tag stattfindende UEFA Europa League-Begegnung zwischen Hertha BSC und dem Zorya Luhansk im Berliner Olympiastadion.

Der Meister der UdSSR von 1972, der im Jahr 1923 gegründete FK Zorya Luhansk, trägt seine Heimspiele seit der Saison 2014/15 in der rund 360 Kilometer weiter westlich gelegenen Stadt Saporischschja aus. Dieser Schritt wurde aufgrund der seinerzeit heftigen Kampfhandlungen in und um Luhansk dringend notwendig und hält als Zustand bis heute an.

Die rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörern durften den Ausführungen der drei ukrainischen Gäste auf dem Podium folgen. Namentlich die mittlerweile in Berlin lebende Historikerin aus Chernivtsi, Oleksandra Bienert, die u.a die ukrainische Initiative „PRAVO Berlin Group for Human Rights in Ukraine“ gegründet hat, die aus Donezk stammende und aktuell in Kyiv wohnhafte Mitarbeiterin des NGO-Netzwerks „International Medical Corps“ Oksana Dmytriak sowie das Mitglied der Fan-Gruppe „Zarnitsa“ von Zorya Luhansk Ihor Kovtun, der mittlerweile als IT-Entwickler an einer Fußball-App in Poltava lebt. Als Moderator führte der Journalist, Osteuropa-Experte und Initiator der „Fankurve Ost“ Ingo Petz durch den Abend. Nach der freundlichen Begrüßung aller Gäste durch den Charlottenburger Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt Oliver Schruoffeneger stellte der stellvertretende Vorsitzende von „Gesellschaftsspiele e.V.“ Peter Dittmann zunächst kurz die Arbeit des Vereins vor.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffenegger eröffnet

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffenegger eröffnet

Im Anschluss eröffnete Ingo Petz mit einer kurzen Schilderung der Vorgeschichte des Konflikts und der aktuellen Situation in der Ostukraine umgehend die Diskussion. Er erinnerte auch daran, dass sich bereits 2013 viele Ultras bei den großen Demonstration beteiligt, sich wiederholt schützend vor Demonstranten gestellt und mehrheitlich eindeutig gegen die Separatisten positioniert hatten. Interessant waren auch die Erläuterungen zu den von der Situation der Vereine in Deutschland gänzlich unterschiedlichen Lage der ukrainischen Vereine, die sich nahezu ohne Ausnahmen quasi im Privatbesitz sog. „Oligarchen“ und damit auch in völliger finanzieller Abhängigkeit von diesen befinden. Er verglich die Lage auch mit derjenigen auf der von Russland annektierten Krim, wo sich viele Vereine mit ihrer plötzlich von oben angeordneten Auflösung konfrontiert sahen. Auch dort wählten diverse Vereine die Flucht als Ausweg oder gründeten sich zum Teil neu.

Im Folgenden erzählte Ihor Kovtun von seinen Erfahrungen während seiner Zeit bei der ukrainischen Armee sowie von der Beteiligung vieler Fans und Ultras bei den Protesten auf dem sog. Euromaidan in Kiew und dem Rest des Landes zwischen November 2013 und Februar 2014. Er verwies darauf, dass alleine schon aus Gründen der größeren Anhängerschaft viele Fans von Schachtar Donezk und Metalurh Donezk bei den Protesten sehr aktiv waren und dementsprechend auch größere Probleme mit den Sicherheitskräften bekamen als die Anhänger des kleineren Vereins Zorya Luhansk. Auch zeigte sich die Sicherheitslage nach Beginn der Kämpfe in Luhansk seiner Aussage zufolge zunächst weitaus ruhiger als in der Millionenstadt Donezk. Nichtsdestotrotz kamen auch dort nach der Unabhängigkeitserklärung der Separatisten im Mai 2014 mehrere Fans in längere Haft, ohne dass diesen die Möglichkeit zu Kontakt mit Familie und Freunden gegeben wurde.

Ihor Kovtun antwortet Moderator Ingo Petz

Ihor Kovtun antwortet Moderator Ingo Petz

Unter diesem Eindruck und den zunehmenden Repressionen verließ ein Großteil der älteren und organisierten Fans die Stadt, nur einige Jüngere, die noch bei ihren Eltern lebten, blieben vor Ort. Trotz der teils traumatischen Erfahrungen, die natürlich alle Bewohner der Stadt erdulden mussten, legte Ihor Kovtun doch auch gewissen Wert auf die Feststellung, dass speziell für viele bis dato eher unpolitische Fans der Konflikt gewissermaßen eine Art „Erweckungserlebnis“ darstellte. Trotzdem war es auch es auch allen Anhängern zu Beginn des Konflikts wichtig, dass keinerlei Gruppenzwang speziell auf Jüngere zu einer eindeutigen politischen Stellungnahme ausgeübt wurde. Eindeutig verurteilte er jedoch das Verhalten der separatistischen Sicherheitskräfte, die zum Beispiel mehrmonatige Haftstrafen sogar für Minderjährige lediglich für das öffentliche Zeigen der ukrainischen Fahne in Luhansk verhängt hatten. Ebenso eindrücklich schilderte er auch die letztlich schnell zerstörte Hoffnung aller Flüchtlinge aus Luhansk, dass es sich bei dem Krieg nur um ein kurzes Unterfangen mit der Möglichkeit zur baldigen Rückkehr handeln würde.

Ähnlich äußerte sich darauf hin auch Oksana Dmytriak, die gleichermaßen auf ein möglich schnelles Ende der Kampfhandlungen gehofft und erst nach einigen Monaten den endgültigen Entschluss für das Exil gefasst hatte. Sie beantwortete auch die Frage von Ingo Petz nach der Lage der insgesamt ca. 1,7 Millionen Flüchtlinge aus Donezk und Luhansk in der restlichen Ukraine. Diese leben bis heute meist in der Nähe der beiden genannten Städte bzw. Regionen, um somit ggf. nach einer Änderung des Status quo schnell wieder in die Heimat zurückkehren zu können. Problematisch gestalte sich jedoch nach wie vor die Wohn- und Arbeitssituation vieler Vertriebener, da sie zum einen mit der lokalen Bevölkerung um Arbeitsplätze konkurrieren müssen und zum anderen auch durch die von vielen als diskriminierend empfundenen speziellen Flüchtlingsausweise generell benachteiligt sind. Im Großen und Ganzen verhalte sich aber die ukrainische Bevölkerung eher solidarisch mit den Geflüchteten und sei auch weitgehend hilfsbereit.

Oleksandra Bienert berichtet über die Menschenrechtslage in der Ostukraine

Oleksandra Bienert berichtet über die Menschenrechtslage in der Ostukraine

Auf die Frage von Ingo Petz nach den derzeitigen Arbeitsbedingungen der NGOs in der Ostukraine dankte Oleksandra Bienert zunächst dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, der als einziger Berliner Bezirk bereits seit 1991 eine Partnerschaft mit der Stadt Kiew pflegt. Der Schwerpunkt der Arbeit vor Ort sei die juristische und finanzielle Unterstützung von Witwen und Waisen sowie die Forschung nach dem Schicksal von verschwundenen Personen, von denen es noch immer und anhaltend sehr viele gäbe. Eigene Büros könne man jedoch weder in Donezk noch in Luhansk unterhalten, man sei vielmehr auf die enge Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Helfern und Informanten angewiesen. Exemplarisch nannte sie auch die gefährliche Situation von ortsansässigen Journalisten, die für ihre Mitarbeit ein hohes Risiko an Repressionen durch die Separatisten eingingen. Ebenso schwierig sei die Situation etwa für schwangere Frauen, denen nur unzureichende medizinische Versorgung zur Verfügung stehe.

Im Anschluss fragte Ingo Petz dann Ihor Kovtun nach der Rolle und Bedeutung des Vereinssupports im Krieg, woraufhin dieser deren große und gewachsene Bedeutung auch im Exil und den engen Zusammenhalt der Exilfans in verschiedenen Städten betonte. Man treffe sich nach Möglichkeit zu allen Heim- und zu den Auswärtsspielen, die Unterstützung seitens der lokalen Bevölkerung speziell für Luhansk sei sehr gut, wohingegen seiner Meinung nach die Anhänger von Donezk von vielen Ukrainern völlig zu Unrecht oftmals als heimliche Sympathisanten der Separatisten verdächtigt würden. Im Gegensatz hierzu würden viele Ukrainer hingegen die Mannschaft und den Verein von FK Zorya Luhansk als Nationalhelden feiern, was er persönlich natürlich begrüße, jedoch auch für Shakhtar Donezk für durchaus angemessen hielte, da diese ja das gleiche Schicksal im Exil teilen müssten. Die Nachfrage von Ingo Petz nach Struktur und Handeln der ukrainischen Freiwilligenverbände beantwortete Ihor Kovtun dahingehend, dass diese in Luhansk seinerzeit weniger militärisch, sondern eher organisatorisch tätig gewesen seien.

Oksana Dmytriak berichtet über die Lage der Binnenflüchtlinge

Oksana Dmytriak berichtet über die Lage der Binnenflüchtlinge

Oksana Dmytriak äußerte sich dann zur der von Ingo Petz gestellten Frage nach der Möglichkeit von Verwandtenbesuchen in den Separatistengebieten. Diese seien zwar grundsätzlich, jedoch nur nach sehr aufwendigen und zeitraubenden Formalitäten möglich. So müsse man sich online registrieren lassen und eigens ein Visum beantragen, beim Grenzübertritt seien mehrere Posten zu passieren und es komme häufig zu stundenlangen Wartezeiten. Auf der ukrainischen Seite gäbe es außerdem Beratungsbüros diverser NGOs, auf separatistischer Seite nicht. Besonders lange dauere die Einreise mit dem Pkw, doch auch mit dem Zug müsse man einige Stunden einkalkulieren. Es gäbe auch keine sog. „grüne Grenze“, vielmehr seien illegale Grenzübertritte je nach genauem Ort fast immer lebensgefährlich. Ingo Petz fragte dann nach der grundsätzlichen Stimmung bei der Arbeit der NGOs und inwiefern diese angesichts solcher Schwierigkeiten inzwischen eher resigniert agieren würden.

Oleksandra Bienert bestätigte diese Annahme zum Teil, verwies aber auch auf kleine und Mut machende Fortschritte auf dem Weg zu einer Zivilgesellschaft. Als Beispiel nannte sie die erfolgreiche Gründung eines Restaurants durch 100 private Teilhaber in Ivano-Frankivsk, dessen Gewinne für weitere Neugründungen verwendet werden soll. Auch gäbe es seit Neuestem ein besseres Auswahlverfahren für die höchsten ukrainischen Richter, viele NGOs und Wissenschaftler werden jedoch bei ihrer Arbeit in weiten Teilen der Ostukraine behindert, Veranstaltungen werden mutwillig gestört. Ingo Petz erkundigte sich dann bei Ihor Kovtun inwiefern ukrainische Vereine in der Zukunft womöglich tendenziell unabhängiger von den allmächtigen Oligarchen werden und sich etwa nach deutschen oder westeuropäischen Vorbild als Mitgliedervereine gründen könnten. Hierfür sehe er aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen und wenig Erfahrung mit derartigen Strukturen leider nur wenige Chancen, er merkte jedoch an, dass der Krieg tendenziell schon ein wenig als Anstoß für eher selbstständiges Denken und Eigeninitiative gewirkt habe.

Auf die Frage nach der aktuellen Finanzierung des FK Zorya Luhansk durch den Besitzer verwies Ihor Kovtun darauf, dass dieser viele seiner Unternehmen in der Region Luhansk verloren und somit momentan auch weniger Geld für die Mannschaft zur Verfügung habe. Die Spieler würden jetzt sehr viel stärker leistungsbezogen entlohnt, man setze außerdem große Hoffnungen auf junge Talente aus dem Ausland, die in der Vergangenheit bereits größere Transfersummen einbringen konnte. Sehr stolz sei man unter diesen erschwerten Bedingungen auch auf die Teilnahme an der UEFA Euro League, die man als Chance für weitere Bekanntheit und auch finanzielle Möglichkeit sehe. Die anschließenden Fragen aus dem Publikum an Ihor Kovtun drehten sich vor allem um seinen potenziellen bzw. eventuellen Rückkehrwillen nach Luhansk, den er jedoch zurzeit nicht sehr ausgeprägt sehe. Gleiches gelte seiner Meinung nach auch für den Verein, der nicht ohne Weiteres wieder vor Ort ansässig werden könne.

Ihor Kovtun gibt einen Einblick in die Fanszene von Zorya Luhansk

Ihor Kovtun gibt einen Einblick in die Fanszene von Zorya Luhansk

Das einstige Stadion sei auch stark in Mitleidenschaft gezogen worden, es gäbe nur ein sehr rudimentäres Trainingsgelände, ein kleineres Stadion sei komplett zerstört worden. Die Frage nach einer anhaltenden Politisierung der Ultras aus Luhansk sehe er ebenfalls eher zwiespältig, er persönlich lehne die Zuschaustellung ukrainischer Nationalsymbole und übertriebenen Patriotismus bei Vereinsspielen eher ab, allenfalls bei Auftritten der Nationalmannschaft sei dies gerechtfertigt. Überhaupt sei der Stellenwert des „Politischen“ in der Ukraine ein grundsätzlicher anderer als in Westeuropa, anders als hier wäre es dort um Einiges gefährlicher, zu eindeutig Stellung für eine Partei oder politische Richtung zu beziehen. Die Frage aus dem Publikum nach Kontakten zwischen NGOs und Ultras in der Ukraine konnte nur im Ansatz beantwortet werden, ausgeprägte Verbindungen gäbe es nach Wissen der Anwesenden wohl eher nicht. Dafür aber gute Projekte wie etwa die Gründung eines Fußballvereins für Veteranen, der sehr populär und speziell auch hilfreich bei der Traumabewältigung für die Betroffenen sei.

Zum Abschluss beantwortete Ihor Kovtun noch die Frage aus dem Publikum nach den in Europa weit verbreiteten Vorurteilen, denen zufolge es in den Ultraszenen in der Ukraine einen ausgeprägten Rassismus sowie häufig rechtsradikale Positionen gäbe. Seiner persönlichen Einschätzung nach hätte sich dies durch den Krieg eher abgeschwächt, da viele Individuen nun begriffen hätten, dass nicht Hautfarben, sondern vielmehr Nationalismus und vor allem Korruption die wirklich gefährlichen Übel der Gesellschaft in der Ukraine wären.

Auch die Frage nach dem Verhältnis zur Polizei bzw. Probleme mit dieser bei Spielen wurde als für die Ukraine eher weniger bedeutsam beantwortet, da diese nur im Ausnahmefall Zutritt zu den Stadien hätten. Als alle Fragen aus dem Publikum beantwortet waren, vertiefte sich ein Großteil der Anwesenden im Anschluss noch in Gespräche mit- und untereinander und lies den Abend gemütlich ausklingen.

Im Rahmen der Veranstaltung konnten wir 80 Euro für die ukrainische NGO „Poruch“ sammeln. Poruch arbeitet in Kramatorsk und leistet psychologische und soziale Unterstützung für Menschen, die aus den Konfliktgebieten fliehen mussten und durch den Krieg beeinträchtigt sind.

Veranstaltung: Fans im Exil. Lebensrealitäten in der Ostukraine am Beispiel des Fußballs.

Am 1. November im Rathaus Charlottenburg

Gesellschaftsspiele lädt zur Podiumsdiskussion im Rathaus Charlottenburg

Wir laden recht herzlich ein zur Podiumsdiskussion über Fußball, Flucht und Fankultur im Osten der Ukraine. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 1. November um 19:00 Uhr im Rathaus Charlottenburg (Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin / U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz) statt.

 

Wir freuen uns auf:

Ihor Kovtun, Mitglied der Fan-Gruppe „Zarnitsa“ von Zorya Luhansk.

Oksana Dmytriak, International Medical Corps, Kyiv.

Oleksandra Bienert, Historikerin aus Chernivtsi, Gründerin der Initiative „PRAVO. Berlin Group for Human Rights in Ukraine“.

Eröffnung: Oliver Schruoffeneger (Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf)

Moderation: Ingo Petz (Journalist, Autor und Osteuropa-Experte)

 

Am 4. Spieltag der UEFA Europa League trifft der FC Zorya Luhansk im Berliner Olympiastadion auf Hertha BSC. Der Ukrainische Fußballclub ist kein Gegner wie jeder andere, denn Luhansk liegt im von den Separatisten besetzten Gebiet nahe der Russischen Grenze. Im Zuge des Krieges musste der Verein seine Heimat verlassen und trägt seitdem seine Spiele in Zaporizhya und Lviv aus.

Nicht nur die Spieler und Trainer mussten Luhansk verlassen, auch ein großer Teil der Fans lebt mittlerweile in anderen Teilen der Ukraine. Das Situation von Zorya Luhansk und seinen Anhängern steht symbolisch für das Schicksal von 1,8 Millionen Binnenflüchtlingen in der Ukraine. Wir möchten das Europa-League-Spiel daher zum Anlass nehmen, um den Blick hierzulande auf die Lebensrealitäten der Menschen, die aus den besetzten Gebieten im Osten der Ukraine geflohen sind, zu werfen und sie zu Wort kommen lassen.

Im Anschluss an die Veranstaltung bietet sich die Gelegenheit mit den Diskussionsteilnehmern ins Gespräch zu kommen. Für weitere Informationen und Rückfragen schreibt uns einfach an.

Wir führen diese Veranstaltung in Kooperation mit der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf durch. Die Idee dazu entstand durch die Teilnahme am Programm „Ukraine Calling – Ukrainekompetenz im Dialog“.

Gefördert wird die Veranstaltung durch Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die Veranstaltung findet Ihr hier auf Facebook. Viel Freude beim Teilen und Freunde einladen!

Restplätze für „BIG FAN“-Fahrt nach Hamburg frei (20.-23. Juli)

Im Rahmen des Projektes BIG FAN geht es für zehn geflüchtete Jugendliche aus Potsdam-Babelsberg nach Hamburg zu einer außergewöhnlichen Fahrt! Die langen Planungen und Vorbereitungen kommen in Kürze zum Ende und wir können es kaum erwarten Richtung Norddeutschland aufzubrechen.Millerntor

Volksparkstadion

Gemeinsam mit fachkundigen BetreuerInnen werden wir dem BIG FAN (Bundesliga, Integration, Gesellschaft – Fankultur) näher kommen. Folgende Programmpunkte sind neben einer Stadionführung beim FC St. Pauli geplant:

•    Treffen und gemeinsames Abendessen mit dem FC Lampedusa
•    Stadtteilführung St.Pauli
•    Blindenfußball St. Pauli (angefragt)
•    Vortrag „FC St. Pauli in der NS-Zeit“
•    Treffen mit Jugendlichen von USP (Ultra St. Pauli)
•    Sonder-Stadionführung beim HSV („Fußball als Wirtschaftsfaktor“)
•    Spiel FC St. Pauli – Werder Bremen
•    Vortrag „Was hat Viva con Aqua mit Profifußball zu tun?“
•    eigenorganisierte Aktivitäten der Jugendlichen

Fanprojekt Berlin

Gesellschaftsspiele

Mit einem sozialfreundlichen Unkostenbeitrag von 75 EUR sind alle Ausgaben für den Teilnehmenden abgedeckt, d.h. Fahrtkosten, Unterbringung, Verpflegung, und Eintrittsgelder sind darin bereits enthalten. Sollte selbst dieser Preis aus nachvollziehbaren Gründen nicht aufgebracht werden können, werden sich auch dafür Lösungen finden lassen. Wer noch teilnehmen möchte und/oder Fragen hat, meldet sich möglichst schnell unter kontakt@gesellschaftsspiele.berlin.

Im Anschluss an die Fahrt wird es ähnliche Veranstaltungen auch in Berlin geben. Wie diese weiteren Projekttage konkret aussehen, entscheiden die Teilnehmenden in Hamburg.

Moderation Workshop „Engagiert im Verein – Möglichkeiten und Arbeitsfelder“

Wir durften am Freitag durch Workshop 3 („Engagiert im Verein – Möglichkeiten und Arbeitsfelder“) führen. Der Workshop fand im Rahmen des Projektes „Willkommen im Fußball“ statt. Interessierte Jugendliche mit Fluchthintergründen und ein stringentes Veranstaltungskonzept machten uns die Arbeit leicht. Auch konnten wir den Landessportbund Berlin kennenlernen. Hat sich gelohnt.

Willkommen im Fußball Willkommen im Fußball II Willkommen im Fußball III

Gesellschaftsspiele-Sommerfest

Am 1. Juli laden wir ab 16:00 Uhr zu unserem Sommerfest ein. Wir feiern unser zweieinhalbjähriges Bestehen, das gute Leben, den jetzt schon so gut wie sicheren Turniersieg bei den Respect Gaymes, die Sonne, das vorhandene delikate Essen und vor allem unsere FreundInnen und BegleiterInnen.

So bunt und vielfältig wie die zeitgleich an Ort und Stelle stattfindenden Respect Gaymes, so bunt und vielfältig sind auch wir. Es liegt auf der Hand, dass wir den regenbogenen Rahmen dieses Turniers, auch in diesem Jahr wieder zum Anlass unserer eigenen Sommersause machen.

Bereits ab 10:00 Uhr am Vormittag sind wir mit einem eigenem Stand auf dem Gelände. Dort gibt es wieder viele schöne Fandevotionalien von Second Fan Shirt (Gewinne fließen in Geflüchtetenprojekte), Infomaterialien und Mitgliedsanträge von uns, Buecher und Hefte zum Thema aber vor allem unsere freundlichen Mitglieder zu treffen. News über laufende und kommende Projekte können direkt vor Ort abgegriffen werden.

Alle Mitglieder und Interessierte, Hartplatzultras und Fußballmuffel, Bahnhofsklatscher und Neu-BerlinerInnen, Best, Golden & Platin Ager und FSJlerInnen sind herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Euch! Kommt lang‘ und bringt gute Laune mit – den Rest haben wir da.

Wir befinden uns auf der Wiese zwischen Stadioneingang und Beachvolleyballfeld. Man wird uns nicht übersehen können.

Gesellschaftsspiele – tackling (and eating/drinking) for fair play!

Mehr Infos auf Facebook.

Neues Projekt! „BIG FAN“ ist da.

Projekt BIG FAN (Bundesliga, Integration, Gesellschaft – Fankultur)

Ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Fanprojekt der Sportjugend Berlin und Gesellschaftsspiele.

Fanprojekt Berlin

Projektbeschreibung

Jugendliche Fußballfans des Hauptstadtvereins Hertha BSC und unbegleitete minderjährige Geflüchtete werden gemeinsam vier bildungspolitische Veranstaltungen durchführen. Diese Workshops (oder ähnlich geartete Formate) bringen zum Einen die beiden unterschiedlichen Gruppen einander näher und zum Anderen werden fankulturelle und bildungspolitische Inhalte vermittelt, die allen Teilnehmer*innen, die enge Verbindung von Fußball, Gesellschaft und Migration aufzeigen sollen. Durch Begegnungen u.a. mit anderen (jugendlichen) Fans, Refugee-Fußball-Gruppen, Akteur*innen rund um die Bundesliga wie Journalist*innen, der Polizei und Aktiven aus der Ultra-Szene soll die Vielschichtigkeit und Bedeutung von Fankultur im Fußball-Kontext deutlich werden. Bei allen Veranstaltungen sollen die Teilnehmer*innen ihre Eindrücke selbst dokumentieren und am Ende je nach Interesse an einer Broschüre bzw. einem Kurzfilm mitwirken.
Geplant ist es, alle Workshops mit jeweils 20 Jugendlichen durchzuführen, um eine möglichst nachhaltige Bindung untereinander entstehen zu lassen. Am Ende des Projekts werden auf einer öffentlichen Abschlussveranstaltung, die Broschüre und der Film vorgestellt und Gelegenheit zum Austausch und Planen neuer Projekte gegeben.

Hertha BSC

Bildung und Unterhaltung mit und für Geflüchtete

Continue reading

Sushi zur Halbzeit

Das Spitzenspiel der J-League hat uns ins „Saitama Stadium 2002“ gelockt. Hier, gut eine Stunde nördlich des S-Bahn-Rings von Tokio, wurde vor ziemlich genau 15 Jahren das Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft ausgetragen.

Heute spielen die Urawa Red Diamonds gegen den amtierenden japanischen Meister, die Kashima Antlers. Aufgrund eines Feiertages findet das Spiel an einem Donnerstag Mittag statt, dennoch ist das Stadion ist bereits im Vorfeld ausverkauft. Gut 57.000 Zuschauer, darunter viele Familien mit Kindern, wollen die Partie des Tabellenführers aus der Präfektur Saitama gegen den Tabellendritten sehen.

Saitama Stadium 2002

Vor dem Stadion

Gemeinsam mit Heim- und Auswärtsfans stärken wir uns vor den Stadiontoren noch mit einem erfrischenden Radler, holen unsere reservierten Tickets ab und sehen den Menschenstrom von der Metro die Bahnlinie entlang an einem Bambushain vorbei in Richtung Tribünen fließen. Die roten Trikots leuchten in der Mittagssonne, die Stimmung ist friedlich.

Wir begeben uns auf die Suche nach unseren Sitzplätzen. Unsere Eintrittskarten sind – wenig überraschend – komplett auf Japanisch. Desorientiert zeigen wir die Tickets einem der Ordner, der uns bittet ihm zu folgen und uns über die komplette Tribüne bis zu unserem Sitzplatz bringt. Kein schlechter Service.

Zweiteilige Choreo der Urawa-Fans

Zweiteilige Choreo der Urawa-Fans

Auf unseren Plätzen auf der Gegengerade haben wir beide Kurven gut im Blick. Schon vor Anpfiff singen sich Heim- und Auswärtsfans warm. Zum Einlauf der Team präsentiert die Heimkurve eine zweiteilige Choreografie. Zunächst wird eine große Blockfahne mit rotem Herz und einer 12 präsentiert. Danach folgt eine Botschaft aus tausenden Plastikfolien, die an die gegnerischen Fans gerichtet ist: „true red“. Denn beide Clubs spielen normalerweise in rot.

Die Stimmung ist jetzt deutlich hitziger als außerhalb des Stadions. Sowohl die Heim- als auch die Auswärtskurve singt das komplette Spiel in einer Lautstärke, die locker mit europäischen Tribünen mithalten kann. Viele Banner und Zaunfahnen sind in ihrer Gestaltung an die italienischer und spanischer Ultras gehalten. Bei den Gesängen hat man sich auch von englischen Kurven inspirieren lassen. Die Melodien klingen vertraut.

Auswärtsblock

Kein Mangel an Fahnen im Auswärtsblock

Das Spiel ist zunächst von vielen Fehlpässen im Mittelfeld geprägt, bis Mū Kanazaki – der vier Bundesligaspiele für Nürnberg bestritten hat – einen Fehler der Heimmannschaft nutzt und die Antlers in Führung bringt. Während die Heimkurve konstant weiter singt, werden die Zuschauer auf der Tribüne bereits nervös. Unserer Sitznachbar auf der Gegengerade rastet mittlerweile bei jedem Pfiff des Schiedsrichters gegen die Heimmannschaft aus und schimpft sich die Seele aus dem Leib. So laut und unbeherrscht wie im Stadion haben wir die Menschen in Japan bisher nicht erlebt.

Zur Halbzeit freuen wir uns über das reichhaltige kulinarische Angebot im Stadion. Wir decken uns mit Sushi-Ecken und einem Snack, den man als French Toast Sticks bezeichnen könnte, ein. Auch Bier wird ausgeschenkt.

Mittelfeldgeplänkel

Mittelfeldgeplänkel

In der zweiten Spielhälfte wird das Spiel offener. Die Urawa Reds müssen treffen und investieren mehr. Es reicht allerdings nur für einen Pfostenschuss, der Ausgleich will nicht mehr fallen. Zum Ärger der Heimfans, die ihre Mannschaft 90 Minuten mit aller Kraft unterstützt haben. Als sich die Urawa-Spieler von ihren Anhängern verabschieden und bedanken wollen, werden sie gnadenlos ausgepfiffen.

Wir treten den Heimweg an, nicht ohne unseren Müll zu sortieren. Im Stadion lässt keiner der Fans etwas liegen. Becher, Essensreste, Verpackungen – alles wird getrennt und separat entsorgt. Und alle halten sich daran. Eine interessante Erfahrung in einem Fußballstadion.

In der Metrostation sind Heim- und Auswärtsfans wieder vereint. Die aufgehitzte Atmosphäre aus dem Stadion ist verschwunden. Das Sicherheitspersonal im Bahnhof trägt Urawa-Trikots und koordiniert mit roten Leuchtstäben die Abreise der Fans. Wir fahren zurück nach Tokio.

Mülltrennung im Stadion

Mülltrennung im Stadion

Mehr Bilder vom Spiel gibt es hier.

For an English review of Saitama Stadium 2002 check out stadienblog.

Unser Mann in Moskau – Nº 10 & 11

Unser Mann in Moskau (2)

Unser Mann in Moskau feiert Jubiläum mit einer Doppelausgabe. Die Zusammenfassungen beschätigen sich mit Vorfällen, rund um den Fußball in Osteuropa. So war es und so wird es bleiben. Warum wir diese Serie haben? Weil uns die Begebenheiten im osteuropäischen Fußball interessieren. Und weil wir Feedback bekommen, dass es auch anderen so ergeht. Aus diesem Grund werden auch zukünftig die Quellen im Original gelesen, um dann einmal monatlich, ein besonderes Ereignis zu beleuchten. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Erkenntnisgewinne. Continue reading

Pass/t-Festival

SAVE THE DATE

Am 26. September findet in der Cantianstr. 25 (Jahn-Sport-Park, U-Eberswalder Str.) das Pass/t-Festival statt.

Ab 12 Uhr mitags wird es ein inhaltliches Programm zu fanpolitischen Problematiken geben. Themen: Çarşı-Prozess und Fankultur in der Türkei, Homophobie, Geflüchtete im Fußball.

Darüber hinaus wird es geben: Infostände, Kickerturnier, Speis und Trank, Musik (live und aus der Dose). Ein genaues Programm folgt in Kürze.

8. Juli – It’s getting tickly now. Fankultur im Vereinigten Königreich.

Schankwirtschaft CLASH_08.07.15_19.30 Uhr

Klick‘ den Peugeot für die deutsche Veranstaltungsankündigung

It’s getting tickly now. Fankultur im Vereinigten Königreich@Facebook

#FCUK Continue reading

Older posts