Soweto-Derby (Kaizer Chiefs vs. Orlando Pirates)

Soweto Derby

Soweto Derby: Kaizer Chief vs. Orlando Pirates

Es hätte knapper kaum sein können, es zum Spiel des Jahres zu schaffen, zumindest in Südafrikas größter Stadt Johannesburg und seiner Umgebung. Dabei sah alles zunächst gar nicht nach Stress aus, denn zwischen Landung und Anpfiff lagen noch ausreichende vier Stunden Zeit. Aber der Reihe nach: raus aus dem Flieger, Gepäck am Flughafen zwischengelagert, mit dem Uber Richtung FNB Stadium aufgebrochen. Soweit, so gut und noch immer großzügige zeitliche Marge drin.

Am Monatsende in die Mall

Dann allerdings die erste Hürde: die Tickets waren zwar am heimischen Rechner vorbestellt worden, bezahlt und abgeholt werden wollten sie jedoch vor Ort. Wobei wider Erwarten nicht das Stadion dafür als Anlaufpunkt diente, sondern günstigerweise eine ganze Reihe von lokalen Lotto-Läden oder Supermärkten in Frage kamen. Um es vorwegzunehmen, wir ergatterten unsere Karten in einem Möbelgeschäft. Es jedoch soweit zu schaffen, bedurfte einiger Geduld sowie der Ortskenntnis unserer freundlichen Fahrerin. Es war nämlich voll an allen genannten Läden und zwar so richtig. Bemüht unserer beginnenden Verwunderung mit Aufklärung zu begegnen, erwähnte unsere Fahrerin, dass es ja Sonnabend sei. Allerdings handelte es sich um das erste Wochenende des Monats. Das hieß im Klartext, Geld vom Konto holen und zurück in den Wirtschaftskreislauf bringen. Für bedeutete dies lange Schlangen vor den besagten Geschäften. Nach Rückfragen bei weiteren Wartenden wurde uns schnell klar, dass wir nicht innerhalb absehbarer Zeit an die Tickets kommen würden.

Also weiter ging’s. Nächste Ausfahrt raus und rein in eine große Mall. Laut Info sollten es dort mehrere Möglichkeiten des Ticketerwerbs geben, und dort versprachen wir uns weniger hohen Andrang. Anfangs wurden wir auch dort mit Menschenmassen vor den Countern konfrontiert. Dann jedoch die Idee, es mal im Möbelgeschäft zu versuchen. Nach gut 30 Minuten war alles erledigt und wir hatten endlich die benötigten Tickets in der Hand. Jetzt aber nix wie raus aus der Mall und auf unserer Kutsche aufgesessen. Dank unserer umsichtigen Fahrerin ersparten wir uns erneutes Anstehen am Parkscheinautomen, dessen Schlange sich mittlerweile bis auf Spielfeldlänge ausgebaut haben dürfte. Sie hatte inzwischen den Parkplatz der Mall mehrfach innerhalb der Gratis-15 min Frist verlassen und anschließend wieder befahren. So war ein rasches Abfließen unsererseits aus dem Gedränge möglich.

Anreise zum Soweto Derby

Zähe Anreise zum Soweto Derby im Auto

Parkordnung muss sein

Parkplatz beim Soweto Derby

Mit Verzögerungen ist zu rechnen

Wieder mit allen Mitstreitern an Bord, trug der fällige Uhrenvergleich zur zunehmend begründeten Sorge, es nicht pünktlich zum Anpfiff zu schaffen, entscheidend bei. Immerhin hatte uns die Kartenakquise gute anderthalb Stunden genommen. Unserem Bemühen, alsbald unsere Plätze in Block 221 des früheren WM-Finalstadions einnehmen zu können, standen jetzt noch die zahlreichen anderen Verkehrsteilnehmer mit gleichem Fahrtziel im Wege. Es war voll, wurde voller, aus zwei Spuren wurden fünf bis die Polizei wieder auf zwei Spuren zurück ordnete. Lediglich schleppende Vorwärtsbewegung war zu verzeichnen. Unsere Anspannung lockerte sich etwas beim Anblick der zahlreichen Minivans, die mit offenen Seitentüren mit lautstarker Musik neben uns fuhren, vollbesetzt mit freudig wippenden, singenden und trinkenden Fans beider am heutigen Derby teilnehmender Teams. Ungewohnt hierbei für unsere europäischen Fussballfanaugen: die Taktik der Polizei. Diese kümmerte sich, wie erwähnt, zwar zuverlässig um die Absicherung der Anfahrtswege, jedoch mit dem scheinbar erklärten Ziel, diese zu einem einzigen zu kanalisieren, für alle Zuschauer. Fantrennung? Wozu? Hier wird die Begegnung zweier Lokalrivalen zum gemeinschaftlich begangenen Event für alle! Neue Perspektive für uns angesichts mancher Derbys in heimatlichen oder auch südamerikanischen Gefilden.

Schließlich näherten wir uns mit der tosenden Blechlawine dem Stadion. Um das Auto jetzt geeignet abzustellen, manövrierte unsere Dame am Steuer ihr Fahrzeug gekonnt von der Straße auf angrenzende Feld und wir konnten rasch absitzen. Den letzten halben Kilometer legten wir zu Fuß zurück, vorbei an wild abgestellten Autos und Kleinbussen, Ständen mit Gegrilltem und Frittiertem, kleinen Teppichen mit üblichen Faninsignien und überhaupt vielen aufgeregten Menschen. Aufgrund des steigenden Lärmpegels und dem inzwischen angepfiffenen Match wurde vorab auf Kulinarisches verzichtet und eiligst zum Eingang gespurtet.

 

Ehemalige WM Arena: FNB Stadium

Ehemalige WM Arena: FNB Stadium

Soweto-Hexenkessel in der WM-Arena

Erste Sicherheitskontrolle – eher lax und desinteressiert als derbyverdächtig. Zweite Kontrolle, und ab durch die Drehkreuze – check. Jetzt nur noch an den Stewards vorbei, die mit einem Bauzaun den Zugang in das Innere des Stadions und den einzelnen Blocks versuchten zu regeln. Die durchaus einnehmende akustische Kulisse, deren Ursprung wir nun schon ganz nah waren, explodierte plötzlich! Da war es! Ein Treffer war gefallen und der Lautstärke nach zu urteilen mutmaßlich für die Heimmannschaft. Aufbrausender Jubel, freudig erregte bis nervöse Gesichter und hektische Bewegung um uns herum. Einige männliche Besucher, denen die Dauer des Einlassverfahrens per Drehkreuz ohnehin inakzeptabel erschien, schafften es, mehrere Tore von innen zu öffnen, um auch der breiten Masse an Wartenden und Nichtticketbesitzern die Möglichkeit des Stadionbesuches abseits des Drehkreuzes zu ermöglichen. Sogleich setzten die Fans zum Sturm auf die verunsicherten Stewards und ihren Bauzaun an. Teile unserer Gruppe, die sich bereits jenseits des Zauns befanden, konnten sich an eine Wand retten, um nicht der berauschten Fanwalze zu erliegen.

Fandevotionalien beim Soweto Derby

Fandevotionalien beim Soweto Derby

FNB Stadium

FNB Stadium beim Soweto Derby

Als wir endlich den Innenraum betraten, suchten unsere aufgeregten Augen auf der riesigen Anzeigetafel nach Gewissheit. In der Tat, es führten die Kaizer Chiefs 1:0. Freude auf Seiten der Chiefs-Anhänger, gedrückte Stimmung bei uns, verbunden mit der Hoffnung auf einen weiterhin spannenden Verlauf auf dem Platz wie auf den Rängen. Es folgte der Moment der Orientierung, wo sich welche Fangruppen wie aufhalten. Den Farben der Vereine nach zu urteilen, sollte die Identifikation des jeweiligen Anhangs nicht so schwer sein – gelb-schwarz auf der einen, rot-weiß-schwarz auf der anderen Seite. Auf den ersten Blick keine eindeutige Zuordnung möglich. Dann, Prüfung, welche Farbe denn im eigenen Block die vorherrschende war. Ergebnis: weder das das eine noch das andere dominierte. Gut, vielleicht muss man erst mal ein paar Minuten ins Land gehen lassen.

Vuvuzelas reloaded

Auf dem Grün zeigte sich ein flotter Kick mit viel hin und her und durchaus zahlreichenden Strafraumszenen beider Teams, allerdings ohne zwingenden Charakter. Jedoch sorgte das Anlaufen der Kontrahenten auf das gegenüberliegende Tor für steten ekstatischen Jubel im Rund. Und es half dabei festzustellen, dass sich die Unterstützer beider Mannschaften stark untereinander vermischt hatten. Während dem einen bei der Attacke der gegnerischen Elf die Sorgenfalten anschwollen, hielt es seinen Nachbarn vor lauter Vorfreude nicht mehr auf seinem Sitz. War die Szene vorbei, wandten sich beide einander zu, um die Situation nachzubesprechen. Enorm, wie sich die emotionale Anspannung beider im Nu löste und man gleich freundschaftlich weiter dem Spiel folgte. So ist das also. Die Clubrivalität scheint sich nicht auf die Fans auf die gleiche Weise zu übertragen, wie wir es aus Europa kennen. Fankultur lebt man hier entschieden anders aus, auch mit anderen Utensilien. Zuerst natürlich mit den, während der WM 2010 zu zweifelhaftem Ruf gelangten Vuvuzelas. Diese brachten auch bei dieser Begegnung eine ungewöhnliche, jedoch satte Untermalung.

Das Spiel nahm seinen Lauf, aber weiterhin ohne entscheidende Szenen und größere spielerische oder taktische Finessen. Insofern etwas Zeit, den Wurststand samt Getränkeausschank in Augenschein zu nehmen. Bratwurst im Brötchen bzw. sein lokales Pendant ist man gewöhnt und schien eine angemessene Wahl zu sein. Auf alkoholfreies Bier wurde zugunsten von Wasser und Eis verzichtet. Sämtliche erwähnten Speisen bedürfen allerdings in der Folge keiner weiteren Erwähnung, vielleicht mit Ausnahme des pikanten Beef Biltong, das von den auf den Rängen herum flitzenden Verkäufern feilgebotenen wurde. Dann eine unübersichtliche Szene vor dem gegenüberliegenden Gehäuse, auf welches die Pirates spielten. Den Kaizer Chiefs gelang nicht die Klärung der Situation und ein Schuss auf ihr Tor war die logische Konsequenz. Die Abwehr jenes Versuchs der Pirates sollte den Torhüter, so unsere Annahme, nicht vor größere Probleme stellen. Stattdessen brach Jubel bei der Hälfte der Leute im Block aus, während die andere Hälfte ob des Ausgleichs verzweifelt abwinkte. Der Keeper hatte den Ball nicht festhalten können und ließ das Leder ungeschickt ins rechte Eck durchrutschen. Trötende Vuvus, tanzende und begeisterte versus desinteressierter und apathischer Fans – alles auf engem Raum. 

Hoffnung bis zum Schluss

Nach der Halbzeit ging das flotte Spiel weiter und die Fans feierten ihre 11 der 22 aufgelaufenen Spieler. Trotz offiziellen Vuvuzela-Verbots, war das Tröten überall im gut gefüllten Stadion mit beeindruckender Lautstärke zu hören. Begleitet von fröhlichem Gesang und eifrigem Klatschen der Fans, entwickelte sich ein dauerhafter ohrenbetäubender Lärm. Nicht auszumalen, welcher Schalldruck wohl erreicht worden wäre, hätte es sich um eine WM-Partie in 2010 gehandelt. Kurz vor Ende sollte es in der 82. Minute noch mal richtig spannend werden und die Lautstärke stieg ins Unermessliche. Der Unparteiische griff zur Pfeife und vollführte eine folgenreiche, bekannte Geste. Elfmeter für die Kaizer Chiefs! Handspiel. Sollte jetzt doch noch der von den Fans sehnlich erwartete Heimsieg gegen die Pirates gelingen? Es sollte nicht. Der Schütze der Chiefs schoss unplatziert auf die Tormitte, so dass der gegnerische Keeper den Ball trotz Seitwärtsbewegung noch mit den Beinen abwehren konnte. Intensive Flüche und fröhliche Dankesbotschaften wurden jetzt von jung und alt um uns herum an den jeweiligen Fußballgott gesendet. Dramen und Erleichterung ganz nah beieinander.

Es blieb schließlich bei einem für die Beteiligten gerechten Unentschieden. Die Strafstoßentscheidung sorgte in den verbleibenden Spielminuten und noch darüber hinaus für hitzige Debatten bei den Umstehenden. Diese fanden aber ohne uns statt, denn für uns hieß es nach Abpfiff schnell Richtung Wagen zu gelangen. Auf dem Rückweg zum Treffpunkt mit unserer Fahrerin wollten wir auf einen raschen Snack jedoch nicht verzichten. Die Wahl fiel auf eine Art „Blutwurstbratwurst“. Bevor wir aber hineinbeißen konnten, wurde diese noch einmal bei kurzem Small-Talk über den besten „AMG-Mercedes“ auf dem Grill gewendet und sodann übergeben. Den letzten Bissen unserer Wegzehrung herunter geschlungen, nahmen wir schließlich wieder im Auto Platz und schauten uns noch mal sehnsüchtig in Richtung des imposanten Soccercity Stadions um. Es hatte uns ein tolles Match beschert. Was für Emotionen, was für ein Derby, was für nette Leute. Gerne wieder, auch wenn es kein Derby ist.

Stadionheft beim Soweto Derby

Stadionheft beim Soweto Derby

Infoabend am 28. Februar in der BAIZ (Beginn: 19.30 Uhr)

„Doppelpass alleine? Vergiss es!“ (Lukas Podolski)

Wir von Gesellschaftsspiele suchen Verstärkung für unser Team. Hast Du Lust auf gemeinsame Projekte rund um Fußball, Politik und Fankultur?

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In gemütlicher Atmosphäre wollen wir über aktuelle Projekte informieren und einen Einblick in die Arbeit unseres Kernteams geben. Der Infoabend richtet sich an Mitglieder, die gerne aktiver werden möchten. Und an Menschen, die sich für Gesellschaftsspiele interessieren, mehr erfahren und vielleicht Mitglied werden möchten.

Wahrscheinlich habt Ihr momentan viele Fragen: Welche Projekte gibt es überhaupt? Wie sieht die praktische Arbeit mit Geflüchteten aus? Kann ich mich einbringen, wenn ich mich mehr für soziale Aspekte von Fußball als für Fankultur im engeren Verständnis interessiere? Wieviele Personen machen mit? Wie laufen die Kernteamtreffen ab? Ist der Verein überhaupt etwas für mich?

Dies und vieles weiteres wollen wir in lockerer Runde bei einem Kaltgetränk erörtern.

Kommt vorbei! Bringt Freunde mit! Teilt diese Veranstaltung!

Gesellschaftsspiele – Tackling hard for fair play.

„Gekommen um zu bleiben, malen um zu siegen!“ Dritter Teil.

Eine viel zu lange Winterpause nähert sich für Teilnehmer und BetreuerInnen des Projektes „Gekommen um zu bleiben, malen um zu siegen!“ dem Ende. Zusammen mit dem sozialpädagischen Fanprojekt Babelsberg wird jetzt endlich die dritte Runde eingeläutet. Nachdem noch im alten Jahr, jugendliche Fans aus Babelsberg zusammen mit unbegleiteten, minderjährigen Geflüchteten gemeinsam Fahnen hergestellt haben, werden dies jetzt erstmalig dem Praxistest unterzogen. Strahlen die Farben, hält der Saum, ist die Fahne groß genug? Am Freitag, den 17. März werden alle Beteiligten mehr wissen. An diesem Tag findet das Meisterschaftsspiel zwischen den Regionalligisten SV Babelsberg 03 und den Gästen aus Neustrelitz statt. Eine stimmungsvolle Athmosphäre bei frühlingshaftem Wetter dürfen die anwesenden Fußballfans erwarten.

Zwei Wochen später findet das Auswärtsspiel der Potsdamer Mannschaft in Schönberg statt. Diese Partie wollen wir uns auch zusammen anschauen. Sie bildet den vierten Teil des Projektes.

Das Projekt, welches Unterstützung durch Football against Racism Europe (FARE) findet, sieht sich in Abgrenzung zu einmaligen „Geflüchteten-Events“. Es wird von Seiten der Beteiligten angestrebt, ein nachhaltiges Kennenlernen zu ermöglichen. Im Idealfall sollen Freundschaften entstehen, die auch nach Projektende weiter gepfelgt und vertieft werden sollen.

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Ob die Fahnen den Praxistest bestehen werden? Keine Ahnung! Was wir aber bereits jetzt wissen, aufeinander zugehen muss nicht so schwer sein. Es muss ein erster Schritt unternommen werden, dafür bedarf es manchmal auch einen kleinen Anstoß von außen. Und: Es geht weiter. Im vierten Teil des Projektes werden unsere Jugendlichen ihre erste gemeinsame Fußballauswärtsfahrt erleben. Selbstverständlich mit dem Fanprojekt Babelsberg, uns von Gesellschaftsspiele und den selbstgebastelten Fahnen.

Nachtrag in eigener Sache: Nicht alles klappt in der Form wie wir es uns vorstellen oder es vielleicht manchmal wünschenswert wäre. Wir sehen unsere Arbeit mit und für Geflüchte als einen Prozess an, der auch mit größeren Herausforderungen verbunden ist. Wir nehmen diese gern an und bauen unsere Arbeit in diesem Bereich deshalb weiter aus. Wir vernetzen uns, tauschen uns mit relevanten Akteuren der Zivilgesellschaft aus und sprechen über unsere Erfahrungen innerhalb der Geflüchtetenarbeit. Bei Interesse an unserer Arbeit kann sich mit unserem Sprecher für die Integrationsarbeit, Hassan, oder dem Vorstand in Kontakt gesetzt werden. Weitere Informationsmöglichkeiten im Februar und März an verschiedenen bundesdeutschen Universitäten. Orte und Termine bitte erfragen.

Vortrag

Vorstandsvorsitzender Rico Noack bei einer Präsentation der Geflüchtetenarbeit in Potsdam.

 

Mitglied bei Football Supporters Europe (FSE)

Kurz nach unserem dritten Geburtstag der nächste erfreuliche Moment. Wir sind jetzt Teil von Football Supporters Europe (FSE).

FSE

Unser Mann in Moskau – Nº 18

Unser Mann in Moskau!

„Safety first“ heißt es ab sofort in russischen Fußballstadien durch ein neues Fan-Rückverfolgungssystem. Ob es wirklich hilft weiß Unser Mann in MoskauContinue reading

Der lange Abend der fernen Liebe am 14. Januar

Exilfanclubs stellen sich vor

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Berlin hat eine lange Nacht der Museen, eine Lange Nacht der Wissenschaften und sogar eine lange Nacht der Religionen. Jetzt hat Berlin dann endlich auch eine lange Nacht der Fußballkneipen.

Unter dem Motto »Der lange Abend der fernen Liebe« öffnen am Samstag, den 14. Januar 2017 elf Fußballkneipen der Hauptstadt ihre Türen. Die dort ansässigen Exilfanclubs präsentieren an diesem Abend von 18-24 Uhr ein fußballkulturelles Programm rund um ihren Lieblingsverein. So dreht sich im Rössle in Neukölln alles um den VfB Stuttgart, während im Schacht im Berliner Hof der FC Schalke 04 im Mittelpunkt steht. Fans von Borussia Mönchengladbach dürften sich sowohl im Poruzzi im Spree-Eck als auch in der FC Magnet Bar in Mitte besonders wohl fühlen und die Tante Käthe in Prenzlauer Berg beherbergt gleich zwei Exilfanclubs: Die Spree-Bobbeles vom SC Freiburg und die Arminia-Fans Berlin von Arminia Bielefeld.

Die Gelegenheit ist günstig

Selten also war die Gelegenheit so günstig, Fans anderer Vereine kennenzulernen, wie an diesem Abend, denn zu allem kommt noch hinzu: Der Eintritt ist frei! Ein kulturelles Rahmenprogramm, welches von Musik über Filme und historische Fußballspiele bis hin zu Ausstellungen und Diskussionsrunden gehen wird, schafft Einblicke in die Welt all derer, die zwar in Berlin wohnen, ihr Fußballherz jedoch an einen Nicht-Berliner Verein verloren haben.

Alle sind eingeladen

Selbstverständlich sind auch Fans aller Berliner Vereine zum langen Abend eingeladen. Durch die Öffnung der Türen sollen Berührungsängste abgebaut werden und es können Bekanntschaften über die Grenzen des eigenen Fanclubs geschlossen werden. Getreu dem Motto: »Wer sich kennt, der haut sich nicht« wird so zu einem friedlichen nebeneinander der unterschiedlichen Fanclubs in Berlin aufgerufen.

Danke!

Unterstützt wird „Der lange Abend der fernen Liebe“ von Discover Football, einer Anit-Diskriminierungsinitiative zur Stärkung des Mädchen- und Frauenfußballs, von der Deutschen Akademie für Fußballkultur, einer Anlaufstelle für all diejenigen, die den Fußballsport als kulturelles und gesellschaftliches Phänomen wahrnehmen, von der Neven-Subotic-Stiftung, die mithilfe von Spenden Brunnen baut und so Kindern in der ganzen Welt eine Zukunft bietet, von der Initiative »Fußballfans gegen Homophobie« und uns, Gesellschaftsspiele.

Fußball, Antifa und Politik in Ex-Jugoslawien / Kroatien

Wir freuen uns sehr, dass die Veranstaltung „Fußball, Antifa und Politik in Ex-Jugoslawien / Kroatien“ so viel Anklang fand. Unser Dank geht raus an die über 70 BesucherInnen, die Übersetzerin Katja, die Moderatorin Mara und natürlich an Goran und Martin. Zusammen mit der Kampagne Solidarnost konnte die Veranstaltung realisiert werden. Nicht zu vergessen die IdeengeberInnen aus Babelsberg. Ihr alle habt diesen Abend zu dem gemacht was er war – großartig. Weiterhin müssendie fleißigen SpenderInnen erwähnt werden. Die 200 EUR gehen direkt an den selbstorganisierten Verein aus Zagreb. Danke!

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„Gekommen um zu bleiben, malen um zu siegen!“ Zweiter Teil.

Das gemeinsam mit dem Fanprojekt Babelsberg durchgeführte Projekt „Gekommen um zu bleiben, malen um zu siegen!“ hat die zweite Stufe erreicht – die eigenen Fahnen sollten gemalt werden, zusammen mit Jugendlichen aus Babelsberg. 15 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nahmen an diesem Event teil und hatten sichtbar Freude. In der nächsten Phase wird auswärts zum Fußball gefahren. Schicke Fahnen hat man jetzt, die natürlich mitreisen werden. Aber auch nach der Fahrt wird es weitergehen. Weitere Informationen dazu erfolgen Ende Januar. Ein Projekt im Rahmen der FARE network Action Weeks 2016.

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Osterwassertrinken am 13. April im Berliner Babel

Liebe Mitglieder, Freunde und Sympathisanten von Gesellschaftsspiele!

Am Gründonnerstag, den 13. April 2017, findet unser erstes gesellschaftsspielendes Osterwassertrinken statt!

Wir möchten kurz vor Ostern diese schöne und uralte Tradition für uns frei abgewandelt aufleben lassen.

Da wir kein leckeres Gewässer haben, um das Wasser schöpfen zu können, werden wir dies auf ein Lokal im Prenzlauer Berg verschieben. Auch auf die Kiste mit den unverheirateten Frauen und dem Schweigegelübte verzichten wir.

Wir werden den Abend im altehrwürdigen „Babel“ in der Käthe-Niederkirchner-Straße 2, 10407 Berlin, verbringen.

Osterwassertrinken

Das „Babel“ ist eine 18plus Kneipe mit Kicker und Billiardtisch. Gute Musik, fußball- und fankulturaffine Leute aber auch viel Flair werden dem Abend einen würdigen Rahmen verleihen.

Es wird einen bierernst gedachten Wettkampf im beliebt-bekannten Eierlaufen geben. Für die beste Haltung, Zeit, Kommentierung oder Sturzchoreo kann es Applaus geben.

Zusätzlich könnt Ihr Tipp-Kick spielen. Ein klassisches Stadion mit gutem Teppich und Spieler sind vorhanden. Natürlich kann jeder seine eigenen Spieler (sofern vorhanden) mitbringen.

Diese Veranstaltung ist offen für alle Interessenten, Mitglieder, Freunde und Fans von Gesellschaftsspiele. Wir freuen uns sehr auf euch.

Seid gesellig, bleibt verspielt!

https://www.yelp.de/biz/babel-berlin-3

Diskussionsveranstaltungen: Fußball, Antifa und Politik in Ex-Jugoslawien / Kroatien

Am 1. Dezember 2014 gründeten antirassistische Fußballfans in der kroatischen Hauptstadt den Verein NK Zagreb 041. Seit zwei Jahren engagieren sich die Mitglieder, die Spieler*innen und die Symphatisant*innen für Flüchtlinge sowie gegen Rassismus, Homophobie und Korruption. Der Verein ist damit der erste antifaschistische Fußballklub Kroatiens. Anlässlich des zweijährigen Bestehens des Vereins besucht uns eine Delegation von Zagreb 041 auf Initiative von Fans des SV Babelsberg 03 aus der Nordkurve.

NK Zagreb 041 on Tour

Am 1. Dezember 2016, am Geburtstag des Vereins, findet im Fanladen in Babelsberg eine Infoveranstaltung zur Fankultur in Kroatien, der Fanszene in Zagreb und der Geschichte des Vereins statt.

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Nur wenige Tage später, am 6. Dezember 2016, laden der Verein Gesellschaftsspiele und die Kampagne SolidarnOST zu einer Podiusmdiskussion ein. Goran Malic, ein Vertreter des NK Zagreb 041, wird über die kroatische Fankultur sowie über das Verhältnis von Fußball und Politik inner- und außerhalb des Stadions berichten. Außerdem wird Martin Blasius, Experte für Jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus, das Verhältnuis von Fussball und linker Politik im ehemaligen Jugoslawien generell beleuchten. Moderiert wird die Veranstaltung von Mara Puskarevic von der Kampagne SolidarnOST. Die Einnahmen aus dem Abend gehen an antifaschistische Fans aus Kroatien.

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr.

KOMMT! INFORMIERT EUCH!
UND VOR ALLEM: FEIERT MIT UNSEREN GÄSTEN AUS ZAGREB! Continue reading

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