12.7. Klimagerechter Fußball!? Die Erde ist Rund und wir haben nur noch 90 Minuten

Wir laden euch herzlich zur zweiten Veranstaltung unseres Sommer der Fußball-Utopien ein. Diesmal geht es um die Vision eines klimagerechten Fußballs.

Am 12.7. um 18:30 Uhr ins Fanprojekt der Berliner Sportjugend (Cantianstraße 25, 10437 Berlin). Mit dabei sind:

  • Annika Rittmann (Fridays for Future und Schiedsrichterin)
  • Manuel Gaber (Zukunft Profifußball) 
  • Michael Reckordt (PowerShift und aktiver Fan)
  • Vertreter*in von der DFL/DFB (angefragt)
  • Moderation: Michael Jopp (Gesellschaftsspiele e.V.)

Darum geht’s: In den vergangenen Jahren hat die gesellschaftliche Auseinandersetzung um die politische Bearbeitung der Klimakrise enorm an Fahrt aufgenommen. Wissenschaftler*innen warnen mit immer dramatischeren Konsequenzen für unseren Planeten und unsere Gesellschaften und die Auswirkungen eines erhitzen Planeten sind mittlerweile auch in Deutschland zu spüren. Doch die Bemühungen von Politik und Wirtschaft eine Trendumkehr einzuleiten und die Ziele des Pariser Klimaabkommen zu erreichen, sind bei weitem nicht ausreichend. Deshalb streiken regelmäßig zehntausende junge Menschen bei Fridays for Future für ihre Zukunft, die Einhaltung der Klimaziele und wirksamen Klimaschutz.

Im Zuge dieser Auseinandersetzung sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit auch im Fußball endlich zum Thema geworden. Die Taskforce „Zukunft Profifußball“ der DFL bezieht sich in ihrem Endbericht auf die Vision eines klimaneutralen Profifußball im Jahr 2030. Schon heute beanspruchen Bundeligavereine wie Mainz und Hoffenheim für sich „klimaneutrale“ Vereine zu sein, der SV Babelsberg verzichtet auf Milch im Stadion um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Auch Solaranlagen zieren einen Großteil der Bundesliga-Stadien und der DFB trat jüngst der Klimaschutzinitiative der Vereinten Nationen bei. Während Klimaschutz im Fußball, also ein integrativer Bestandteil der Kommunikation- und Wirtschaftspläne von Vereinen und Verbänden ist, findet eine Auseinandersetzung mit den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zunehmend auch auf den Rängen statt. Dank erfolgreicher Faninitiativen setzen Bundesligaclubs nun vermehrt auf Mehrweg-Becher (Dortmund) oder fair produzierte Fanartikel (St. Pauli), mehrere aktive Fanszenen solidarisierten sich mit großen Spruchbannern mit den Aktivist*innen aus dem Hambacher Wald, Fangruppen wehren sich gegen die Einflussnahme fossiler Industrien auf den Fußball (Schalke) und Fußballfans gingen Seite an Seite mit Klimaaktivisten gegen die Polizeigesetzreformen der Bundesländer auf die Straße.

Ein spannendes Themenfeld, welches wir im Rahmen einer Abendveranstaltung mit euch und spannenden Expert*innen am 12.7. diskutieren wollen. Fragen, die uns an diesem Abend beschäftigen werden lauten: Wie könnte ein klimagerechter Fußball aussehen? Wie wird Klimaschutz von Verbänden und Vereinen bereits umgesetzt? Gibt es schon nachhaltige Stadien oder Fanartikel? Was ist echter Klimaschutz und wobei handelt es sich um Greenwashing? Und welchen Einfluss üben eigentlich große Sponsoren?

Diese und weitere Fragen wollen wir mit unseren Expert*innen und euch am 12.7. um 18:30 Uhr im Fanprojekt der Berliner Sportjugend (Cantianstraße 25, 10437 Berlin) diskutieren.

Ablauf der Veranstaltung:

Keynote von Annika Rittmann: „Fußball-Utopie Klimagerechter Fußball“

Anschließende Podiumsdiskussion mit:

  • Annika Rittmann
  • Manuel Gaber
  • Michael Reckordt
  • Vertreter*in von der DFL/DFB (angefragt)
  • Moderation: Michael Jopp

Im Anschluss an die Veranstaltung werden wir ab 21 Uhr(bei gutem Wetter draußen) das EM-Spiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Spanien anschauen.

Vegetarisches Grillgut und Getränke gibt es gegen Spende ebenfalls.

Veranstaltungsreihe: Sommer der Fußballutopien

Vor zwei Jahren haben wir als Gesellschaftsspiele e. V. den Fanpreis der Akademie für Fußballkultur gewonnen für die „Fußballutopie des Jahres“. Den Link zu unserer prämierten Utopie findet ihr hier und das Video von der damaligen Preisverleihung mit Kathrin Müller-Hohenstein hier. Seitdem haben uns die Utopien nicht losgelassen und wir haben uns weiterhin Gedanken gemacht, wie ein besserer, fairer, gerechter und ökologischer Fußball aussehen kann. Um mit euch zu manchen dieser Ideen ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren und zu träumen, veranstalten wir im Juli den „Sommer der Fußballutopien„(Veranstaltungsreihe). Auf folgende Veranstaltungen könnt ihr euch freuen:

  5.7. Filmvorführung im Sommerkino #2030: „Rebellen am Ball“ – Fünf Fußballutopien erzählt von Eric Cantona

Ort: Steinplatz in Berlin-Charlottenburg, 10623 Berlin
Uhrzeit: 19 Uhr

Darum geht’s: In dem Film „Rebellen am Ball“ von Gilles Rof und Gilles Perez erzählt Eric Cantona fünf Geschichten von Fußballern die ihre Prominenz nutzten, um gegen das politische Regime ihres Landes zu protestieren oder sich für eine gute Sache einzusetzen, und die zu Galionsfiguren für politischen Widerstand und gesellschaftliche Auflehnung jenseits sportlicher Leistungen wurden. EINTRITT FREI, aber bitte hier reservieren.  

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12.7. Klimagerechter Fußball!? Die Erde ist Rund und wir haben nur noch 90 Minuten.

Ort: Fanprojekt der Berliner Sportjugend, Cantianstraße 25, 10437 Berlin
Uhrzeit: 
18:30 Uhr 

Darum geht’s: Klimaschutz geht uns alle an – auch den Fußball. Aber wie sieht ein Klimagerechter Fußball aus? Welchen Einfluss nehmen Sponsoren und Ausrüster? Wie positionieren sich die Fanszenen zum Thema Nachhaltigkeit und Klima? Diese und weitere Fragen wollen wir diskutieren. Dazu wird Annika Rittmann (Fridays for Future und Schiedsrichterin) eine Thesen formulieren und anschießend mit einem Podium diskutieren. Auf dem Podium sitzen: Manuel Gaber (Zukunft Profifußball), Michael Reckordt (Power Shift), eine Vertreter*in von DFB/DFL (angefragt). Anschließend schauen wir Open-Air gemeinsam das EM-Spiel der DFB-Frauen gegen Spanien. Mit Grill und Drinks gegen Spende.  

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21.7. Ein Bezirksligist auf Europa-Tour. Der von Fans geführte Fußballverein HFC Falke e.V. – Ein Gespräch mit Falke-Präsident Timo Oehlenschläger

Ort: BAIZ, Schönhauser Allee 26A, 10435 Berlin
Uhrzeit: 
19:45 Uhr 

Darum geht’s: Der HFC Falke e.V. ist ein von Fans geführter Verein aus Hamburg. In der vergangenen Saison hat der Bezirksligist an der FENIX-Trophy teilgenommen und ging auf Europa-Tournee. Die Gegner? Weitere fangeführte Vereine u.a. aus Mailand, Prag und Manchester. Von diesem wilden Ritt und den Erfahrungen als fangeführter Verein, soll unser Gespräch mit Falke-Präsident Timo Oehlenschläger handeln. Wir freuen uns auf einen Abend mit spannenden Reisebericht und Anekdoten aus dem Vereinsleben des HFC Falke.  

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28.7 „Futopia“ – Ideen für eine bessere Fußballwelt – Lesung mit der Autorin Alina Schwermer

Ort: Buchladen Schwarze Risse, Gneisenaustr. 2A, Kreuzberg
Uhrzeit: 
20 Uhr

Darum geht’s: „Die Zeit ist reif für große Fußballutopien“ schreibt Alina Schwermer in ihrem Buch „Futopia – Ideen für eine bessere Fußballwelt“. Im Rahmen der Veranstaltung liest die Journalistin aus ihrem 400-seitigen, informativen Buch, das voller Ideen und Vorschläge ist, wie der Fußball besser, schöner und liebenswerter werden könnte. Die Veranstaltung wird mit einer Diskussion abgerundet. 

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30.7. Utopie-Quiz und Abschlussparty des Sommer der Fußball-Utopien

Ort: BAIZ, Schönhauser Allee 26A, 10435 Berlin
Uhrzeit: 
19:45 Uhr 

Darum geht’s: Wir wollen Utopien und unsere Quizbegeisterung mal wieder hochleben lassen. Dafür laden wir zu einer Party in die Baiz ein. Euch erwarten 4 Quizrunden zu allerlei utopischem, ein Kickerturnier und eine ordentliche Party.   

Wir freuen uns auf euch! 

Die Veranstaltungsreihe findet mit Unterstützung von folgenden Organisationen statt:

Berolina Mitte holt sich den 1. Mosse-Pokal

Eigentlich hätten sie schon vor zwei Jahren spielen sollen. Aber da machte Corona auch ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nun aber war es endlich so weit. Acht Jugendmannschaften waren am Samstag, den 25. Juni, im Jahnsportpark erschienen, um den von der Initiative „Mosse erinnern!“ gestifteten Mosse-Pokal zu gewinnen.

Die Initiative, die sich seit Längerem unter dem Dach von Gesellschaftsspiele e.V. trifft und vor zwei Jahren die Mosse-Tage veranstaltet hat, will an den jüdischen Zeitungsverleger Rudolf Mosse erinnern, der vor dem Ersten Weltkrieg Millionen für Sportplätze und Waisenhäuser gespendet hat. Nach ihm war einst eine Straße am Jahnsportpark benannt, bis die Nazis seinen Namen tilgten. Die Initiatoren des Pokals wollen eine Rückbenennung erreichen, ein Vorhaben, das auch der Bezirk Pankow unterstützt, dessen Bürgermeister Sören Benn ein Grußwort schickte.

Bei gewittrig-schwülem Wetter traten pünktlich um 16 Uhr acht U11-Teams an von BFC Alemannia 1890, BSC Rehberge 1945, SC 1920 Berliner Amateure, SC Rotation Prenzlauer Berg, SV Bau-Union, SV Blau-Weiß Berolina Mitte 1949, SV Norden-Nordwest 1898 und SV Rot-Weiß Viktoria Mitte 08. Bei den Kids wie bei den Mitgereisten herrschte prächtige Stimmung. Dank tatkräftiger Unterstützung durch das Fanprojekt der Sportjugend Berlin verkürzten Sucuk, Halloumi und Paprika vom Grill eine kleine Gewitterpause.

Schließlich sicherte ich das U11-Team von Berolina die schon vorher bestaunte Trophäe. In einem umkämpften und hochklassigen Finale besiegten sie Rotation Prenzlauer Berg. Aus der Hand der Berliner Fußballlegende Gerd Liesegang, dem Schirmherrn dieses Turniers, nahmen die jungen Kicker anschließend den 1. Mosse-Pokal entgegen.

Eine rundum gelungene Veranstaltung, die wohl – da waren sich alle einig – im kommenden Jahr eine Fortsetzung verdient.

Sommerkino #2030: „Rebellen am Ball“ – Fünf Fußballutopien erzählt von Eric Cantona (5.7 19 Uhr, Steinplatz Berlin)


Am Dienstag, den 5. Juli laden wir euch zur Filmvorführung von „Rebellen am Ball“ ins Sommerkino #2030 am Steinplatz in Berlin ein. Der Eintritt ist für alle Besucher*innen frei, aber eine Anmeldung ist erforderlich. In dem Film von Gilles Rof und Gilles Perez erzählt Eric Cantona fünf Geschichten von Fußballern die ihre Prominenz nutzten, um gegen das politische Regime ihres Landes zu protestieren oder sich für eine gute Sache einzusetzen, und die zu Galionsfiguren für politischen Widerstand und gesellschaftliche Auflehnung jenseits sportlicher Leistungen wurden. Die Filmvorführung ist Teil der Filmreihe #2030, die von der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung präsentiert wird. Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartner*innen werden vom 1. bis 10. Juli 2022 auf dem Steinplatz Spiel- und Dokumentarfilme rund um die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen gezeigt. Am 5. Juli gibt es mit „Rebellen am Ball“ und einem inhaltlichen Input von Gesellschaftsspiele einen sportpolitischen Schwerpunkt. Hier geht es zum Trailer.  

 Wir freuen uns auf euch! Viele Grüße, Greta, Larry und David —
Gesellschaftsspiele e.V.
Bildung + Antidiskriminierung + Fankultur
www.gesellschaftsspiele.berlin

1. Exchange visit ‚Superstars‘ (South Africa)

The first exchange phase in South Africa is over and we are stunned. Stunned by our great particpants, their openness and motivation for the project #superstars SThe first exchange phase in South Africa is over and we are stunned. Stunned by our great particpants, their openness and motivation for the project #superstars Stunned by the partner, Amandla and their dedication for the bigger goal. Stunned by the experiences and personal encounters we had. Under the umbrella ‘gender and sustainability’ (SDG 5) we had the chance to meet experts in Johannesburg and Cape Town, to join challenging discussions and to (ex-)change point of views. At the moment, our participants are working on their learning materials and we are preparing the second exchange visit to Berlin. Let’s push things forward! With great support and thanks to @safe_hub_berlin @ctcten_safehub @lernzentrumherthabsc @fanprojekt_wuppertal @engagementglobal the departments for sustainability in #treptowköpenick and #charlottenburgwilmersdorf Photo credits to @marcus_with_c @paulakraehe and @mckrabbe

We continue with the second exchange visit in May. Berlin is calling!

Lesung und Diskussion mit Fananwalt René Lau (5. April, 19.30 Uhr, BAIZ)

Rene Lau ist Rechtsanwalt und Fußballfan aus Leidenschaft. 2010 war er Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte. Heute vertritt er bundesweit viele Fußballfans in straf- und zivilrechtlichen Angelegenheiten – zum Beispiel in Stadionverbotsverfahren. Zudem hält er Vorträge bei Fanprojekten oder Fanhilfen zum Thema Fußball, Sport und Fankultur – seine Expertise, sein Rat und sein menschlicher Blick sind vielfach gefragt. Seit 2020 schreibt er darüber in der Jungen Welt – und gibt in der wöchentlichen Kolumne „Beim Fananwalt“ Einblicke in sein Seelenleben als Fan und Jurist, als Streiter für die Rechte aller Kutten, Ultras oder Hools der Fankurven. Davon handelt dieses Buch!


Wir laden ab 19.00 Uhr (Beginn: 19.30 Uhr) zu einer Lesung mit anschließender Diskussion in die Schankwirtschaft BAIZ ein. Moderiert wird die Veranstaltung von Rico Noack (Gesellschaftsspiele e.V.). Im Anschluss wird es die Möglichkeit geben, mit den Autor ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei, Spenden gehen an diesen Abend an die „Berliner Tafel“ (https://www.berliner-tafel.de/).
Die Veranstaltung findet unter Anwendung der aktuellen Corona-Regelungen statt. Der Veranstalter hat das Hausrecht. Die Veranstaltung wird unterstützt durch das Programm „Neustart Kultur“.

Einladung zum Netzwerktreffen „Nicht unsere WM!“ (28.5. Frankfurt/Main)

Vom 21. November bis 18. Dezember 2022 soll in Katar die 22. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer stattfinden. In einem Land, in dem Homosexualität gesetzlich verboten ist; in einem Land, in dem Frauen systematisch benachteiligt werden; in einem Land, in dem Hunderttausende Arbeitsmigrantinnen – meist Bauarbeiter und weibliche Hausangestellte – unter elenden, teils sklavenähnlichen Bedingungen schuften; in einem Land, in dem es keine politischen Parteien und keine Gewerkschaften gibt; in einem Land, in dem eine Familiendynastie herrscht und Kritik am Herrscherhaus unter Strafe steht.

Das alles hat die Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA nicht davon abhalten können, die WM an den Golfstaat zu vergeben. Wir finden das eine fatale Entscheidung. Als sich im Sommer 2020 die Initiative „Boycott Qatar 2022“ gegründet hat, gehörte unser Verein deshalb zu den Erstunterzeichnern. Wir schrieben damals:

„Wir als gemeinnütziger Verein, der im Fußballkontext Bildungsarbeit leistet, werden nicht einfach so tun, als sei die WM 2022 ein Turnier wir jedes andere. Normalerweise begleiten wir als Fußballbegeisterte Welt- und Europameisterschaften mit einem kritischen Kulturprogramm, an das sich ein gemeinsames Fußballschauen am Fernseher oder vor der Leinwand anschließt.  Mit der Weltmeisterschaft in Katar ist nun eine Situation erreicht, die einen komplett anderen Umgang mit diesem Fußballturnier erfordert. Die Kombination aus ausufernder Kommerzialisierung des Fußballs, maximaler Vermarktung des Produkts Fußball-WM und den „Merkwürdigkeiten” ihrer Vergabe bei gleichzeitiger Missachtung der Menschenrechte im Austragungsland hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. Die staatliche Diskriminierung von Frauen in Katar, das gesetzliche Verbot der Homosexualität, die miserable, sklavenähnliche Situation der „Gastarbeiterinnen” und nicht zuletzt die fehlende Fußballkultur – all das hat uns dazu bewogen, als Fußballfans unseren Protest gegen dieses WM-Turnier mit Gleichgesinnten zu organisieren. Ein anderer Fußball ist nötig! Ein anderer Fußball ist möglich!“

Im vergangenen Jahr haben wir zwei große Diskussionsveranstaltungen zu diesem Themenkomplex organisiert: Am 17. Juni zusammen mit dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) im Mommsenstadion „Reingegrätscht! Für klima- und fangerechte Fußballveranstaltungen ohne Ausbeutung“ und am 24. November zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Berliner SO36 „Foulspiel mit System“.

Auch in diesem Jahr werden wir in Sachen Katar am Ball bleiben und wollen dazu beitragen, den Protest gegen diese unsägliche Veranstaltung zu intensivieren und zu verbreitern. Zu diesem Zwecke organisieren wir mit anderen Freund*innen des schönen Spiels ein Vernetzungstreffen kritischer Fußballfans am 28. Mai 2022 in Frankfurt am Main, zu dem wir Euch herzlich einladen wollen. Die Einladung mit Angaben zur Anmeldung findet ihr hier.

„Boycott Qatar 2022!“ Der Protest geht weiter.

Online-Veranstaltung: El Clásico als spanischer Erinnerungsort

Vortrag und Diskussion mit Julian Rieck, am 20. März um 19 Uhr als Zoom-Konferenz.

Das Duell zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona gilt als wichtigstes Spiel unter Fußballvereinen weltweit. Wenn am Sonntag, den 20. März 2022 die Clubs aus den beiden größten Städten Spaniens aufeinandertreffen, dann werden wieder über eine halbe Milliarde Menschen zuschauen.

Der Clásico ist nicht nur das Aufeinandertreffen der aktuell umsatzstärksten Fußballclubs der Welt. Er hat auch eine gesellschaftliche Dimension. In Spanen unterstützen Fans zwei Vereine: Ihren lokalen Club und Real oder Barça.

László Kubala und Alfredo di Stefano, die entscheidenden Spieler der 50er Jahre

Im Clásico werden Weltbilder und außersportliche Überzeugungen verhandelt. Die Sympathien und Antipathien für die Kontrahenten des Clásico werden dabei meist aus Geschichten und Mythen abgeleitet, die auf die fast 40 Jahre währende Franco-Diktatur zurückzuführen sind.

Aus katalanischer Perspektive wird Real Madrid die Rolle des „Regimeclubs“ zugeschrieben, während der FC Barcelona als „Oppositionsclub“ gilt. Häufig wird dies auf die Formel: „gut gegen böse“ heruntergebrochen. In seinem Vortrag mit anschließender Diskussion wird Julian Rieck danach fragen, was dran ist, an diesen Mythen und den historischen Ursachen der Rivalität nachgehen. Schließlich wird die Bedeutung von geschichtlichen Ereignissen für die Gegenwart diskutiert.

Julian Rieck ist freier Historiker und forscht zur Geschichte des politischen Fußballs. Er hat in Lateinamerika und in Spanien gelebt, wo ihn die Frage, wie die jeweiligen Länder ticken, immer wieder ins Stadion zog. Neben einiger Fachartikel zur Geschichte des Fußballs in Spanien, Deutschland und Kolumbien, ist von ihm die Fußballfibel Fortuna Düsseldorf in der Bibliothek des Deutschen Fußball erschienen.

Zoom-Veranstaltung: https://us02web.zoom.us/j/82409220788?pwd=Tnd1ODZKNktkbmI2L21aZjIwWjljUT09

Meeting-ID: 824 0922 0788
Kenncode: 943331

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Ausschreibung „Superstars“

Wir laden Fußballfans, Spieler*innen und Interessierte aus den Bereichen Fußball, Gender und Nachhaltigkeit ein, am Projekt „Superstars“ teilzunehmen. In fünf Projektphasen (u.a. in Südafrika) wirst du ein eigenes Bildungsprojekt konzipieren und kannst damit direkt Wirkung und Veränderung erzielen. Der erste Austausch findet vom 28.02.22 bis 15.03.22 in Südafrika statt, die zweite Begegnung vom 09.05.22 bis zum 24.05.22 in Berlin. Die Kosten für die Reise nach Südafrika, sowie für Unterkunft und Verpflegung werden –bei einer Eigenbeteiligung von 110 Euro- von uns übernommen.

Bewerbe dich, wenn du…

  • gut bis sehr gut in englischer Sprache kommunizieren kannst
  • neben den beiden Begegnungsphasen auch an zwei digitalen Treffen im Februar und zwischen den Austauschphasen (Termine s.o.) an drei weiteren digitalen Treffen sowie im Frühsommer 2022 an einem analogen Abschlusstreffen teilnehmen kannst
  • offen für neue Situationen sowie Erlebnisse bist und vor Herausforderungen nicht zurückschreckst
  • mit Unterstützung und im Team Lernmaterialien konzipieren möchtest, die die Ungleichbehandlung der Geschlechter (SDG 5) thematisieren und nachhaltig angehen
  • zwischen 18 und 28 Jahren alt bist und einen Reisepass besitzt, der bis mindestens Ende August 2022 gültig ist
  • gegen COVID-19 geimpft bist (aus reiseorganisatorischen Gründen müssen wir darauf bestehen)

Wir freuen uns über Bewerbungen von Interessierten aller Geschlechter. Wenn du teilnehmen möchtest oder Fragen hast, schreibe eine Email an kontakt@gesellschaftsspiele.berlin, schildere kurz deinen persönlichen Bezug zum Projekt und warum du mitarbeiten möchtest. Deine Anmeldung gilt für das Gesamtprojekt. Bewerbungsende: 23. Januar 2022.

Gesellschaftsspiele e.V. wird mit Julius Hirsch Preis geehrt

Der Berliner Verein Gesellschaftsspiele e.V. wird am 22. November 2021 in Frankfurt am Main für sein gesellschaftliches und erinnerungspolitisches Engagement vom Deutschen Fußball-Bund mit dem Julius Hirsch Preis ausgezeichnet.

Die Jury des Julius Hirsch Preises hat Gesellschaftsspiele e.V. zum zweiten Preisträger des Jahres 2021 gewählt. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 tritt der Verein aus Berlin für eine offene, solidarische und inklusive Gesellschaft ein und wendet sich aktiv gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus, Faschismus, Sexismus und Homophobie. 

Mithilfe der Fußball- und Fankultur versucht Gesellschaftsspiele e.V. soziale und politische Vorgänge verständlich zu machen. In seiner Bildungsarbeit widmet sich der Verein mit Informations- und Diskussionsveranstaltungen, mit Workshops, Vorträgen und Jugendbegegnungen den unterschiedlichsten Themen: vom Kampf weiblicher Ultras um Teilhabe im Stadion bis hin zu Rassismus im russischen Fußball.

Das erinnerungspolitische Engagement ist ein Schwerpunkt der Arbeit des Vereins. Die Initiative „Mosse erinnern!“, die sich 2017 auf Anregung des Schriftstellers Holger Siemann unter dem Dach des Vereins organisiert hat, veranstaltete im vergangenen Jahr die Mosse-Tage. Anlass war der 100. Jahrestag der Benennung einer Straße in Prenzlauer Berg nach dem jüdischen Verleger, Mäzen und Stifter Rudolf Mosse. Ihren Namen haben die Nazis 1935 getilgt, die Straße selbst verschwand nach 1945 unter dem Jahn-Sportpark und geriet in Vergessenheit. Entlang der ehemaligen Mosse-Straße präsentierte die Initiative eine Open-Air-Ausstellung mit elf Litfaßsäulen über das Wirken der Familie Mosse in Berlin und die sportpolitische Geschichte des Orts. Im Fanprojekt der Sportjugend Berlin fanden vier begleitende Vortragsveranstaltungen statt. Die Arbeit geht weiter: Im kommenden Jahr wird erstmalig ein Jugendturnier um den von der Initiative gestifteten Mosse-Pokal ausgetragen.

Gesellschaftsspiele e.V. setzt sich für einen Fußball ein, der partizipativ, solidarisch und zukunftsgerichtet ist. Während der Corona-Pandemie sammelte der Verein im Rahmen einer Online-Quiz-Reihe über 1.300 Euro an Spenden für einen guten Zweck – u.a. für die Obdachlosenhilfe Berlin, für Fußballfans gegen Krebs und Bellevue di Monaco. Zudem erarbeitete Gesellschaftsspiele e.V. in der Zeit geschlossener Tribünen und Sportplätze eine Fußballutopie, in der der Verein das Konzept eines alternativen Fußballverbandes entwirft, der nach genossenschaftlichen Prinzipien organisiert ist. In regelmäßigen Runden werden die Ideen gemeinsam mit Expert*innen inner- und außerhalb des Fußballs diskutiert, auf dem Weg zur Satzung der ersten Fußballgenossenschaft hierzulande. 

Über den Julius Hirsch Preis:

Mit dem Julius Hirsch Preis zeichnet der DFB Initiativen und Vereine aus, die einen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft, der Demokratie, der Menschenrechte und zum Schutz von Minderheiten leisten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus. Julius Hirsch war deutscher Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Er wurde 1943 von den Nationalsozialisten in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. 

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