Wer sich für dieses Thema nteressiert, wird zwangsläufig bei Futbolgrad landen. Wir können zum Besuch der Homepage nur zuraten. Sehr informative und kurzweilige Artikel, geschrieben in den meisten Fällen von Manuel Veth. Dieser ist PhD-Kandidat an der University of London King’s College und sein Forschungsthema lautet : „Selling the People’s Game: Football’s transition from Communism to Capitalism in the Soviet Union and its Successor States”. Den kritischen Rückblick „2014 – A most forgettable year in Russian football” haben wir aber Toke Møller Theilade zu verdanken – eine Leseempfehlung.
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Zuweilen kommen Fans im Vorfeld von Fußballspielen zu Tode. Dies können Autounfälle oder Herzstillstände sein, gelegentlich auch ganz andere tragische Begebenheiten. In diesen Fällen ist häufig die Rede davon, dass der Sport nun in den Hintergrund treten würde. Es gibt eben doch relevantere Angelegenheiten als sportliche Duelle zwischen zwei Teams. Dies ist richtig. Was soll man dann aber im Kontext der Champions League-Partie zwischen Schachtar Donezk und Bayern München schreiben? Vielleicht gar nichts?
Donezk trägt die Heimspiele schon längst nicht mehr in Donezk aus und bleibt dennoch Projektionfläche. Gestern zur Abwechslung -für die Zeitspanne eines CL-Spieltages- als Faszinosum im europäischen Spitzenfußball.
Wir empfehlen zum Thema: „Ausflug in die Realität des Fußballs“ von Andreas Rüttenhauer (taz), „Unglücklich fern der Heimat“ von Frank Nienhuysen (SZ) und besonders den Artikel „Krieg und Spiele“ von Ingo Petz (11 Freunde).
Nachdem wir die Vor- und Nachteile von 1,4 Milliarden neuen Freunden abgewogen haben, sind wir ab jetzt auch via Facebook aktiv. Wir werden dort unregelmäßig regelmäßig auf interessante Artikel verweisen, einen Blick in unser Vereinsleben gewähren und eigene Veranstaltungen bewerben. Wie bisher werden die Beiträge auch weiterhin auf der Seite www.gesellschaftsspiele.berlin zu lesen sein. Wir freuen uns auf einige Hundert Millionen neue Freunde und schauen uns bereits nach einer passenden Lokalität für das Sommerfest um.
Über den Themenabend „Antisemitismus im Fußball“ schreibt Morten Freidel für die FAZ. Die Kooperationsveranstaltung zwischen dem jüdischen Verein Maccabi Frankfurt und dem FSV Frankfurt hat nicht zuletzt etwas mit dem letztjährigen Sponsor des FSV, der arabischen Fluglinie Saudia zu tun. Diese fliegen nämlich lieber ohne Juden. Den Vertrag gibt es nicht mehr, Gesprächsbedarf zu Antisemitismus im Fußball schon.
Einen weiteren, sehr lesens- und hörenswerten Beitrag zum Thema wieder einmal vom Sportjounalisten Ronny Blaschke. Wie sich Antisemitismus akustisch darstellen kann, bewiesen Teile des Dresdner K-Blockes im Spiel gegen die Frankfurter Eintracht aus dem Jahr 2011.
Subkultur trifft Fankultur, dazu gibt es dezidierte Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen. Interessante Trias. Die mecklenburgische Punkband wurde Trikotsponsor beim Rostocker FC, weil dieser sich explizit antirassistisch positionierte. Ebenso wie der Einstieg, hatte aber auch die Beendigung des Engagements eine politische Dimension.
Weiterhin bestehen Verbindungen zur Rostocker Fußballszene , die auch von Nazis als solche wahrgenommen wurden („Ein weiteres Propaganda-Mittel stellt die Musik dar. Mit der Band „Feine Sahne Fischfilet“ hat linksextreme Musik in der Rostocker Fanszene Einzug gehalten“). Weiterlesen
Einen Teil von Gesellschaftsspiele zieht es (wieder) nach Brasilen und der andere Teil wartet hier auf euch. Real life beats Real Football Factory Brazil. Vergesst nicht warum ihr da seid und macht dem Verein keinen Kummer. In Vorfreude auf eure Berichte und kitschige Fußballsouvenirs wünschen wir eine gute Reise.
Bei den geführten Debatten rund um den modernen Fußball wird vieles sehr vereinfacht dargestellt und sich häufig in eine Melancholie geflüchtet, die nur schwer auszuhalten ist. Die Fetischisierung des traditionellen Fußballsports lässt insgesamt doch mehr Fragen als Antworten offen. Früher war natürlich nicht alles besser. Nicht weniges dagegen extrem beschissen. Urwaldlaute bei farbigen Spielern und homogene Männerkurven sind in deutschen Bundesligastadien überwiegend Relikte aus der alten Zeit. Nicht aus der guten alten Zeit. Dieser zivilisatorische Sprung ist anzuerkennen und trotzdem kein Grund, der ungebremsten Kommerzialisierung des Fußballs kritiklos auf den Leim zu gehen. Vice Sports mit einem –für ihre Verhältnisse- okayen Artikel. Sehr schön auf jeden Fall der Bezug auf das englische Fanzine Stand.
Im Heimathafen Neukölln wurde der Dokumentarfilm „Liga Terezin“ gezeigt und Martin Krauss gibt für die Jüdische Allgemeine den Filminhalt und den Verlauf der Aufführung wider. Wir waren jedenfalls froh, dieser bemerkenswerten Veranstaltung als Zuschauer beiwohnen zu dürfen.
Berühmt und berüchtigt, verehrt und gehasst – die Ultras von Al-Ahly, Ahlawy (UA-07). Wohl keine Gruppe ist so sehr mit Politik verbunden wie UA-07. Dies hat maßgeblich mit ihrer Beteiligung am Aufstand gegen das Mubarak-Regime zu tun. Für diesen Kampf zahlten und zahlen sie einen hohen Preis. Die schweren Ausschreitungen in Port Said mit 74 toten Zuschauern, die meisten davon Ultras aus Kairo, werden häufig als gelenkte Racheaktion der alten Eliten bezeichnet. Zum dritten Jahrestag des Blutbades veröffentlichte Al Jazeera einen Film von Alma Mosbah über UA-07. Anschauen!
Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass in diesen Breitengraden nur sehr wenige Informationen über die ungarische Fußballszene hinüberschwappen, erfreuen wir uns über einen seltenen Beitrag zum Thema. In diesem Fall ein Interview zwischen Fussball-gegen-Nazis.de und der NGO Szubjektív Értékek Alapítvány (Stiftung für subjektive Werte) über die Probleme in den regionalen Fankurven. Wenig überraschend –und sich deckend mit unseren Wahrnehmungen vor Ort- kommen diese von rechts außen.


