Schlagwort: boycott qatar 2022

Veranstaltungsbericht: Lohndiebstahl bei adidas-Zulieferer in Kambodscha

Sithyneth Ry (INTUFE) und Artemisa Ljaja (CCC) zu Gast im Haus der Demokratie

Als Anfang 2020 die Covid-Pandemie ausbrach, waren in Kambodscha Hunderttausende in der Textilindustrie von Entlassungen, Aussperrungen, Kurzarbeit oder Lohnraub betroffen. Allein in den acht Zulieferbetrieben von adidas dort mehr als 30.000. Sie fordern bis heute vergebens ausstehende Löhne und Abfindungen in Höhe von 11,7 Millionen US-Dollar ein. Adidas erklärt, das Unternehmen sei dafür nicht zuständig.

Sithyneth Ry, Präsident der Gewerkschaft Independent Trade Union Federation (INTUFE), vertritt die Interessen der Arbeiter:innen von Hulu Garment, einem Betrieb in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh, wo auch für adidas genäht wurde. Auch dort warten 500 Beschäftigte seit nunmehr vier Jahren auf die Zahlung von Abfindungen von rund einer Million US-Dollar. 

Auf Einladung der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign – CCC) kam Ry nach Deutschland, um auf der Hauptversammlung von adidas in Fürth am 16. Mai 2024 die Forderungen der ehemaligen Arbeiter:innen von Hulu Garment vorzutragen – ein weiteres Mal ohne Erfolg.

Zusammen mit Fairness United nutzten wir die Gelegenheit, aus erster Hand mehr über den konkreten Fall und die Situation in der kambodschanischen Bekleidungsindustrie zu erfahren, und luden Sithyneth Ry am 21. Mai zu einem Info-Abend ins Haus der Demokratie und Menschenrechte nach Berlin ein. Gemeinsam mit Artemisa Ljara von CCC berichtete er von den Lebensbedingungen der Arbeiter:innen, der Ignoranz der Unternehmen und den staatlichen Restriktionen gegenüber unabhängiger gewerkschaftlicher Arbeit. 

In Kambodscha betragen die in der Bekleidungsindustrie in der Regel gezahlten Mindestlöhne von 200 US-Dollar im Monat nur knapp ein Drittel dessen, was zur Existenzsicherung benötigt wird. 40 Prozent der Beschäftigten haben deshalb einen zweiten Job (zusätzlich zu einer 48-Stunden-Woche plus Überstunden), um über die Runden zu kommen. Meist wird bei den Ausgaben für Lebensmittel gespart, Rücklagen für Notfälle (Krankheit, Arbeitslosigkeit etc.) zu sparen ist nicht möglich. Drei von vier Arbeiter:innen sind verschuldet. 

Die 2.000 US-Dollar nicht gezahlter Abfindungen pro Person, um die es im Fall Hulu Garment geht, könnten wenigstens die Not dieser Betroffenen ein wenig lindern. Aber adidas sieht kein rechtliches Fehlverhalten und weist alle Forderungen kategorisch zurück.

Obwohl die elenden Produktionsbedingungen in der Sportartikelindustrie (nicht nur bei adidas und nicht nur in Kambodscha) seit Langem bekannt sind, stoßen sie hierzulande bislang leider öffentlich auf geringes Interesse. Das sollte sich schleunigst ändern.

Der Berliner Info-Abend bildete den Abschluss einer kleinen Speaker՚s Tour von Sithyneth Ry; ähnliche Veranstaltungen hatten zuvor schon in Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein/Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern in München und Fürth stattgefunden.

Mehr zur Thematik erfahrt ihr in der DLF Mediathek.

„La furia roja“ – Eine politische Geschichte der spanischen Nationalmannschaft

27.11.2022, 19 Uhr, Fargo (Grünberger Str. 77, 10245 Berlin)

Am 27. November 2022 trifft die DFB-Elf im Vorrundenspiel der umstrittenen WM in Qatar auf die Auswahl Spaniens. Um die Spiele nicht bloß zu boykottieren, möchten wir der Übertragung der Spiele auch etwas Konstruktives entgegensetzen: Wir möchten mit Euch über den politischen Fußball diskutieren und gleichzeitig jene Bars und Kneipen wie das Fargo unterstützen, die die WM-Spiele nicht zeigen und so auf mögliche Einnahmen verzichten.

Aufhänger dabei soll die politische Geschichte der spanischen Nationalmannschaft sein. Denn anhand dieser Geschichte lassen sich bestimmte gesellschaftliche und politische Phänomene Spaniens beleuchten. In erster Linie geht es natürlich um das Verhältnis von Zentralstaat und den historischen Nationen, vor allem dem Baskenland und Katalonien. Eng damit verknüpft ist der Mythos der Furia roja, der roten Furie. Woher kommt dieser Mythos ursprünglich, welche Erzählungen über die spanische Nation spiegeln sich in ihm wider und was ist am Ende dran am Mythos Furia?

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch auf der Franco-Diktatur, einer Zeit, in der der Sport ganz besonders politisiert war.So werden beispielweise die Umstände näher erläutert, warum die Selección bei der ersten Europameisterschaft 1960 nicht nach Moskau reisen durfte. Das Aufeinandertreffen mit der DFB-Auswahl soll zum Anlass genommen werden, über die deutsch-spanischen Fußballbeziehungen seit dem ersten Länderspiel 1935 zu sprechen. Und zu guter Letzt darf ein Blick auf die Erfolge der jüngeren Vergangenheit und die Gegenwart nicht fehlen. Wir freuen uns auf Euer Kommen und Eure Diskussionsfreudigkeit!

Beginn der Veranstaltung im Fargo am Boxhagener Platz ist 19:00 Uhr! Wir freuen uns euch begrüßen zu dürfen!Zur Person: Julian Rieck ist freier Historiker und forscht zur Geschichte des politischen Fußballs.

Er hat lange auf der iberischen Halbinsel gelebt, wo ihn die Frage, wie Gesellschaft dort tickt, immer wieder in Stadien und Archive zog. Zuletzt sind von ihm drei Artikel über den politischen Sport in Spanien erschienen: Sportbegeistert und fußballverliebt: Zur Sozialgeschichte des spanischen Sports als Massenphänomen in: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel (Hg.): Spanien heute: Politik, Wirtschaft, Kultur, Madrid/Frankfurt a.M. 2022; Das Estadio Santiago Bernabéu. Heimspielstätte Real Madrids und Bühne für die Welt, in: Dietmar Hüser, Paul Dietschy, Philipp Didion (Hg.): Sport-Arenen, Sport-Kulturen, Sport-Welten, Stuttgart 2022; Real Madrid: “Franco’s Club” or “Ambassador of Spain”? in: STADION. Internationale Zeitschrift für Geschichte des Sports Jahrgang 45 (2021) Heft 1.

Er ist zudem Autor der Fußballfibel Fortuna Düsseldorf erschienen in der Bibliothek des Deutschen Fußballs.Moderation: Dr. Anna Catharina Hofmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der MLU Halle-Wittenberg und Expertin für spanische Geschichte. Ihr Buch „Franco‘s Moderne. Technokratie und Diktatur in Spanien 1956-1973“ wurde 2021 mit dem Hedwig-Hintze-Preis des Verbands der deutschen Historikerinnen und Historiker ausgezeichnet.

#KeinKatarinmeinerKneipe

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Schweigen brechen – auf und neben dem Platz! Die Emanzipationsbewegung im Iran und dem Nahen Osten

25.11.2022, 18 Uhr, Archiv der Jugendkulturen (Fidicinstraße 3, 10965 Berlin)

Am 25.11.2022 findet jährlich der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt. Frauen weltweit erleiden bis heute Diskriminierung und Gewalt aufgrund ihres Geschlechts. Auch und gerade im Kontext der aktuellen Entwicklungen im Iran richten sich in diesen Monaten die Augen verstärkt auf die Themen Emanzipation, Frauenrechte und Gewalt an Frauen. Wie schon zur „grünen Revolution“ im Jahre 2009 spielten dort Fußball und die Fußballkultur eine große Rolle.

Immer wieder gibt es Bestrebungen Frauen endlich den Zugang zu Fußballspielen zu gewähren (sowohl als Besucher*innen, als auch als aktive Spieler*innen) – Unterstützung gibt es hierbei medial auch von Sportgrößen wie Ali Daei oder auch Ali Karimi.Die Bereiche Gesellschaft und Sport gehen, wie so oft, hierbei fließen ineinander über und mit den Expert*innen soll hierbei eruiert werden, welche Rolle der (Frauen-)Fußball im Iran spielt, wie die aktuelle Situation sich darstellt und welche historisch – gesellschaftlichen Hintergründe die aktuellen Entwicklungen im Allgemeinen haben.

Wir möchten euch am 25.11.2022 von 18 – 21:15 Uhr ins Archiv der Jugendkulturen (Fidicinstraße 3/Haus B, 10965 Berlin) einladen um mit euch über das Thema Emanzipation im Sport zu sprechen.

Anmeldung über veranstaltungen@jugendkulturen.de

Zu Gast unter anderem Rebecca Schönenbach: Sie arbeitet als unabhängige Beraterin zu Fragen der islamischen Finanzierung und befasst sich darüber beruflich mit dem Bereich der Terrorismusbekämpfung und Frauenfeindlichkeit als Radikalisierungsfaktor. Als Vorsitzende des Vereins Frauen für Freiheit engagiert sie sich gegen Gewalt gegen Frauen, vor allem gegen politische Gewalt. Sie ist Kolumnistin bei der Welt am Sonntag und Mitherausgeberin des Sammelbuchs „Ich will frei sein, nicht mutig“: FrauenStimmen gegen Gewalt (Alibri Verlag, 2021)

#BoycottQatar2022

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Quizzen kontra Katar – Das ultimative Fußballquiz!

08.12.2022, 19 Uhr, Baiz (Schönhauser Allee 26a, 10435 Berlin)

Damit ihr während der WM in Katar nicht auf dumme Gedanken kommt und euch die Langeweile nicht erschlägt laden wir euch am 8. Dezember zum Fußballquiz in die Schankwirtschaft Baiz!

In vier kreativen Runden könnt ihr mit eurem Team beweisen, dass ihr das größte Fußballwissen habt! Ob es einzelne Spieler*innen, Teams oder die Geschichte der schönsten Nebensache der Welt sind – ihr werdet auf Herz und Nieren geprüft und könnt euch auf eine Reise durch die Fußballwelt freuen die ihres Gleichen sucht! Kommt vorbei und räumt Preise ab!

#KeinKatarinmeinerKneipe

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Die WM und ich

20. November, 17 Uhr, Trinklokal Panenka (Weichselstraße 27, Berlin-Friedrichshain)

Weltmeisterschaften sind mehr als Fußballturniere. Was beim größten globalen Sportevent passiert, prägt und bleibt. Manchmal für immer. Das wird in Katar nicht anders sein, auch wenn die FIFA den Fußball 2022 in die Wüste schickt.

Der bekannte Reporter Gerhard Waldherr hat führende Fußballjournalisten und Sportpublizisten eingeladen, ihre persönlichen Geschichten von 1954 bis 2018 zu erzähen. In dem Buch „Die WM und ich“ erklären sie auch, was die WM in Katar bedeutet. Das Bild, das dabei entsteht, zeigt nicht nur auf, wie der Fußball, sondern auch, wie sich die Welt verändert hat.

Bei unserer Veranstaltung im Berliner Trinklokal Panenka, das die WM aus Protest nicht zeigen wird, wollen wir darüber sprechen – über den Fußball, über das Fan-sein, darüber, wie sich all das verändert hat, und auch über Katar. Das alles passend und symbolisch am Tag der WM-Eröffnung, zur besten Sendezeit um 17 Uhr zum Anpfiff des Eröffnungsspiels. Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Veranstalter: Die WM und ich in Kooperation mit Gesellschaftsspiele e.V.

Es diskutieren:

  • Gerhard Waldherr, Reporter und Herausgeber und Macher des Buches „Die WM und ich“
  • Nik Afanasjew, Journalist und Autor
  • Ronny Blaschke, Journalist und Autor
  • Ingo Petz, Journalist und Autor

Moderation: Rico Noack (Gesellschaftsspiele e.V.)

Eintritt ist frei!

#BoycottQatar2022 #KeinKatarinmeinerKneipe

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Sportswashing – Warum Autokraten hinter dem Fußball her sind

24. August, 19 Uhr – Yaam am Ostbahnhof

In weniger als 100 Tagen startet die hochumstrittene Fußball-WM in Katar. Es ist bereits das zweite Sportgroßereignis, das nach den Olympischen Winterspielen in diesem Jahr in einem Land mit einer miserablen Menschenrechtslage ausgetragen wird.

Bei sommerlichen Temperaturen laden wir daher gemeinsam mit der Candid Foundation und dem Nahost-Magazin zenith ein, der Frage nachzugehen, warum gerade autokratische Staaten so viel Geld und Mühen in den Spitzensport stecken. Inwiefern geht ihre Strategie auf, wie wurde sie geplant und umgesetzt und wie unterscheidet sich Katars Ansatz von anderen Staaten mit ähnlichen Ambitionen wie Saudi-Arabien und Aserbaidschan?

Darüber diskutieren:

  • Viola von Cramon (Mitglied des Europaparlaments)
  • Philipp Köster (Chefredakteur 11 Freunde)
  • Sebastian Sons (Golf-Experte / CARPO)

Moderation: Jessy Wellmer (rbb / Sportschau)  

Wann? Am 24. August ab 19 Uhr
Wo? Im Yaam am Ostbahnhof (An der Schillingbrücke 3)

Die Podiumsdiskussion ist die Auftaktveranstaltung zur zehnteiligen Veranstaltungsreihe »Katar Talks – Richtig reden über die WM«, die von der Bundeszentrale für politische Bildung und der DFB-Kulturstiftung gefördert wird.

Der Eintritt ist kostenlos. Wer möchte kann am Eingang eine Spende für das Yaam hinterlassen.  

+++ Alle Infos zur Veranstaltung auch auf Facebook +++

Einladung zum Netzwerktreffen „Nicht unsere WM!“ (28.5. Frankfurt/Main)

Vom 21. November bis 18. Dezember 2022 soll in Katar die 22. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer stattfinden. In einem Land, in dem Homosexualität gesetzlich verboten ist; in einem Land, in dem Frauen systematisch benachteiligt werden; in einem Land, in dem Hunderttausende Arbeitsmigrantinnen – meist Bauarbeiter und weibliche Hausangestellte – unter elenden, teils sklavenähnlichen Bedingungen schuften; in einem Land, in dem es keine politischen Parteien und keine Gewerkschaften gibt; in einem Land, in dem eine Familiendynastie herrscht und Kritik am Herrscherhaus unter Strafe steht.

Das alles hat die Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA nicht davon abhalten können, die WM an den Golfstaat zu vergeben. Wir finden das eine fatale Entscheidung. Als sich im Sommer 2020 die Initiative „Boycott Qatar 2022“ gegründet hat, gehörte unser Verein deshalb zu den Erstunterzeichnern. Wir schrieben damals:

„Wir als gemeinnütziger Verein, der im Fußballkontext Bildungsarbeit leistet, werden nicht einfach so tun, als sei die WM 2022 ein Turnier wir jedes andere. Normalerweise begleiten wir als Fußballbegeisterte Welt- und Europameisterschaften mit einem kritischen Kulturprogramm, an das sich ein gemeinsames Fußballschauen am Fernseher oder vor der Leinwand anschließt.  Mit der Weltmeisterschaft in Katar ist nun eine Situation erreicht, die einen komplett anderen Umgang mit diesem Fußballturnier erfordert. Die Kombination aus ausufernder Kommerzialisierung des Fußballs, maximaler Vermarktung des Produkts Fußball-WM und den „Merkwürdigkeiten” ihrer Vergabe bei gleichzeitiger Missachtung der Menschenrechte im Austragungsland hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. Die staatliche Diskriminierung von Frauen in Katar, das gesetzliche Verbot der Homosexualität, die miserable, sklavenähnliche Situation der „Gastarbeiterinnen” und nicht zuletzt die fehlende Fußballkultur – all das hat uns dazu bewogen, als Fußballfans unseren Protest gegen dieses WM-Turnier mit Gleichgesinnten zu organisieren. Ein anderer Fußball ist nötig! Ein anderer Fußball ist möglich!“

Im vergangenen Jahr haben wir zwei große Diskussionsveranstaltungen zu diesem Themenkomplex organisiert: Am 17. Juni zusammen mit dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) im Mommsenstadion „Reingegrätscht! Für klima- und fangerechte Fußballveranstaltungen ohne Ausbeutung“ und am 24. November zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Berliner SO36 „Foulspiel mit System“.

Auch in diesem Jahr werden wir in Sachen Katar am Ball bleiben und wollen dazu beitragen, den Protest gegen diese unsägliche Veranstaltung zu intensivieren und zu verbreitern. Zu diesem Zwecke organisieren wir mit anderen Freund*innen des schönen Spiels ein Vernetzungstreffen kritischer Fußballfans am 28. Mai 2022 in Frankfurt am Main, zu dem wir Euch herzlich einladen wollen. Die Einladung mit Angaben zur Anmeldung findet ihr hier.

„Boycott Qatar 2022!“ Der Protest geht weiter.

Veranstaltung: „Reingegrätscht! Für klima- und fangerechte Fußballgroßveranstaltungen ohne Ausbeutung“

17. Juni, 19 Uhr (Einlass 18:30 Uhr) im Mommsenstadion & im Livestream

ANMELDUNG

Gemeinsam mit dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag e.V. und der Kampagne „Sport handelt fair“ laden wir ein zu „Reingegrätscht! Für klima- und fangerechte Fußballgroßveranstaltungen ohne Ausbeutung“.

Wir freuen uns auf:

  • Sandra Schwedler (Aufsichtsratsvorsitzende FC St. Pauli)
  • Benjamin Best (investigativer Sportjournalist)
  • Helen Breit (Vorsitzende Unsere Kurve)
  • Dietrich Schulze-Marmeling (Initiator „Boycott Qatar 2022“)

Moderation: Michael Jopp (Sport handelt fair)

In Kooperation mit Tennis Borussia Berlin und den Aktiven Fans von TeBe (TBAF).

Darum geht es:

Seit der WM-Vergabe nach Katar sind nach einem Bericht des Guardian dort mehr als 6.500 arbeitende Menschen aus Indien, Bangladesch, Nepal und Sri Lanka ums Leben gekommen. Nicht nur die anstehende Fußball-WM in Katar, sondern auch die zurückliegenden Fußball-Großevents in Russland, Brasilien und Südafrika haben aus menschenrechtlicher Perspektive große Defizite aufgewiesen.

Wir wollen die Diskussion über die konkrete Situation in Katar und die Arbeitsbedingungen von Migrant*innen aufgreifen, um darüber zu sprechen, wie die Vergabe und Durchführung von sportlichen Megaevents so verändert werden kann, dass Nachhaltigkeit, Menschenrechte und global-gerechte Kriterien berücksichtigt werden.

Welche Möglichkeiten stehen entwicklungspolitischen, sportpolitischen und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen zur Verfügung? Wie sehen Strategien der Umsetzung aus? Das wollen wir am Donnerstag, den 17. Juni um 19 Uhr im Mommsenstadion (Waldschulallee 34-42, 14055 Berlin) diskutieren.

Wichtig! Die Zahl der Veranstaltungsgäste ist aufgrund der Covid-19-Hygienevorschriften begrenzt – daher ist eine Anmeldung unter diesem Link erforderlich.

Die Teilnehmenden müssen ein tagesaktuelles negatives Testergebnis oder einen Nachweis über die vollständige Impfung gegen bzw. die Genesung von Covid-19 vorweisen. 

Die Veranstaltung wird live auf YouTube und Facebook übertragen.

FACEBOOK-Veranstaltung

For the good of the game: Boycott Qatar!

Gesellschaftsspiele e.V. unterstützt die Initiative #BoycottQatar.

Wir als gemeinnütziger Verein, der im Fußballkontext Bildungsarbeit leistet, werden nicht einfach so tun, als sei die WM 2022 ein Turnier wir jedes andere. Normalerweise begleiten wir als Fußballbegeisterte Welt- und Europameisterschaften mit einem kritischen Kulturprogramm, an das sich ein gemeinsames Fußballschauen am Fernseher oder vor der Leinwand anschließt. 

Mit der Weltmeisterschaft in Katar ist nun eine Situation erreicht, die einen komplett anderen Umgang mit diesem Fußballturnier erfordert. Die Kombination aus ausufernder Kommerzialisierung des Fußballs, maximaler Vermarktung des Produkts Fußball-WM und den „Merkwürdigkeiten” ihrer Vergabe bei gleichzeitiger Missachtung der Menschenrechte im Austragungsland hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.

Die staatliche Diskriminierung von Frauen in Katar, das gesetzliche Verbot der Homosexualität, die miserable, sklavenähnliche Situation der „Gastarbeiter*innen” und nicht zuletzt die fehlende Fußballkultur – all das hat uns dazu bewogen, als Fußballfans unseren Protest gegen dieses WM-Turnier mit Gleichgesinnten zu organisieren. Ein anderer Fußball ist nötig! Ein anderer Fußball ist möglich!

Alle Informationen zur Initiative #BoycottQatar findest Du auf www.boycott-qatar.de und auf Facebook.